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«Enttäuschend für die Ostschweiz»

Adrian Vögele

ReaktionenDer Entwurf für den Bahn-Ausbauschritt 2035 sieht in der Ostschweiz punktuelle Verbesserungen vor. Dazu gehören der Viertelstundentakt auf den Linien Zürich–Frauenfeld und Frauenfeld–Wil, der Halbstundentakt zwischen Weinfelden und Konstanz und neu je vier Fernverkehrszüge pro Stunde ab Zürich in Richtung St. Gallen und in Richtung Thurgau. Der Brüttener Tunnel ermöglicht kürzere Fahrzeiten zwischen Zürich und Winterthur. Für die Frauenfeld-Wil-Bahn ist eine neue Halte­stelle in Wil West vorgesehen. Im Güterverkehr sollen sich die Fahrzeiten ab dem Rangierbahnhof Limmattal nach Frauenfeld, Gossau und Chur dank Expresstrassen verkürzen.

In der Ostschweiz sind die Reaktionen gemischt. Enttäuscht zeigen sich St. Galler Bundesparlamentarier. «Das Ergebnis ist aus Ostschweizer Sicht äusserst dürftig», sagt SP-Ständerat Paul Rechsteiner. Gegen die geplanten Projekte sei nichts einzuwenden, doch sie seien viel zu bescheiden – die Ostschweiz habe fast gar nichts vom 11,5-Milliarden-Ausbau.

«Nochmals von vorn anfangen»

Rechsteiner warnt davor, etwa die Wirkung des Brüttener Tunnels zu überschätzen: «Der Tunnel bringt der Ostschweiz unmittelbar überhaupt nichts; er ist auf die Zürcher S-Bahn ausge­richtet.» Zwischen Zürich und St. Gallen müssten sich die Fahrzeiten endlich markant ver­kürzen. «Vor 40 Jahren gab es schnellere Verbindungen als heute.» Rechsteiner will nun zusammen mit Ratskollegin Karin Keller-Sutter (FDP) und Nationalrat Thomas Ammann (CVP) darauf hinwirken, dass der Bahnausbau 2035 für die Ostschweiz mehr bietet. «Wir müssen nochmals von vorn anfangen.»

Thomas Ammann pflichtet Rechsteiner bei: «Ich hätte mehr erwartet. Östlich von Winterthur ist praktisch kein Ausbau geplant.» Das sei enttäuschend für die Ostschweiz. «Hier müssen wir uns noch stark ins Zeug legen.»

Manche Projekte laufen bereits

Auch Bruno Eberle von Pro Bahn Ostschweiz sagt: «Wenn man die Karte zum Ausbau 2035 anschaut, ist die Ostschweiz mehr oder weniger eine weisse Fläche.» Manches werde zudem ­bereits umgesetzt; so seien die Arbeiten zwischen Weinfelden und Kreuzlingen schon im Gang – «das ist kalter Kaffee». Der Brüttener Tunnel allerdings sei tatsächlich ein wichtiges Projekt: «Das bringt der Ostschweiz etwas.» Wünschenswert wäre laut Eberle unter anderem auch ein Ausbau der Südostbahn-Linie St. Gallen-Arth-Goldau. Grundsätzlich jedoch sei es schwierig, schon heute pfannenfertige Ausbauprojekte bis 2035 zu planen.

Erfreut über die Pläne des Bundesrats zeigt sich die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher. «Der Thurgau und St. Gallen können zufrieden sein.» Das Engagement der Kantone habe sich gelohnt. «Zentral ist nun, dass es bei den geplanten 11,5 Milliarden Franken bleibt und die Mittel nicht gekürzt werden.»

Adrian Vögele

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