Ein zweiter Tunnel bringt mehr Sicherheit

Nach rund 35 Jahren Betrieb muss der Gotthardstrassentunnel, diese wichtige Strassenverbindung zwischen dem Tessin und der übrigen Schweiz, umfassend saniert werden.

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Ständerätin (CVP/TG) (Bild: Donato Caspari)

Ständerätin (CVP/TG) (Bild: Donato Caspari)

Nach rund 35 Jahren Betrieb muss der Gotthardstrassentunnel, diese wichtige Strassenverbindung zwischen dem Tessin und der übrigen Schweiz, umfassend saniert werden. Bundesrat und Parlament haben verschiedene Varianten geprüft und sind zum klaren Entschluss gekommen, dass der Gotthardstrassentunnel mit einer zweiten Röhre saniert werden soll, weil dies die mit Abstand beste Variante darstellt und weil die Alternativen für eine Sanierung ungenügend, zu teuer und nicht nachhaltig sind.

Gegenverkehr ist unangenehm

Es sind vor allem drei wichtige Gründe, die für den Bau einer zweiten Gotthardröhre sprechen. Erstens: die Sicherheit der Tunnelbenützer. Zweitens: die gesicherte Verbindung für unsere Schweizer Unternehmen unter sich und mit dem wichtigen Handelspartner Italien. Und drittens: sichere und sinnvolle Investitionen in eine Sanierung, die auch für kommende Generationen Mehrwert schafft und funktioniert. Aus einem gefährlichen Tunnel mit Gegenverkehr und ohne Pannenstreifen wird ein sicheres Tunnelsystem mit modernsten Sicherheitsstandards. Heute kreuzen sich auf den rund 17 Kilometern Lastwagen und Autos auf engstem Raum. Seit Inbetriebnahme haben im Gotthardtunnel leider 36 Menschen das Leben verloren. Vielleicht kennen Sie das Gefühl aus eigener Erfahrung: Die Fahrt der 16,9 Kilometer im engen Tunnel mit Gegenverkehr ist unangenehm und erfordert grösste Konzentration. Die Erleichterung ist gross, wenn die Durchfahrt zu Ende und ohne Zwischenfälle überstanden ist.

Dank richtungsgetrenntem Verkehr und neu einem Pannenstreifen kann mit dem Bau einer zweiten Röhre die Sicherheit entscheidend verbessert werden. Diese Massnahmen kosten rund 2,8 Milliarden Franken. Ohne eine zweite Röhre müssten sämtliche Lastwagen und Personenwagen auf die Schiene verlagert werden. Es braucht dazu Verladeanlagen, welche extra aufgebaut und nach den Arbeiten wieder abgebaut werden müssen. In den engen Alpentälern würde so wertvolles Kulturland über Jahre verbaut. Der Bau, Betrieb und Rückbau der Verladeanlagen kostet zudem mehr als der Bau einer zweiten Röhre. Dabei genügen die Kapazitäten der Verladelösungen nicht.

Vorlage ist nicht verfassungswidrig

Auch künftig muss der Gotthardstrassentunnel alle 40 Jahre saniert werden, und die Verladeanlagen müssen wieder neu errichtet werden, was jedes Mal enorme Kosten auslöst. Jede Generation steht damit mindestens einmal vor dieser Herausforderung. Der Bau einer zweiten Röhre ist gerade im Hinblick auf diese künftigen Sanierungen eine gute, weitsichtige und nachhaltige Lösung und zudem günstiger als die immer wiederkehrende Verladelösung der Gegner.

Die Schweizer Volkswirtschaft kämpft derzeit mit den Herausforderungen des starken Frankens. Wird statt auf eine nachhaltige Sanierungsröhre auf ein ineffizientes Verladeprovisorium gesetzt, wird besonders den Gewerbebetrieben und der KMU-Wirtschaft ein grosses hausgemachtes Verkehrshindernis in den Weg gelegt.

Immer wieder ist von den Gegnern zu hören, die Vorlage sei verfassungswidrig. Das ist falsch. Im Bundesgesetz über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet steht: «Die Kapazität des Tunnels darf jedoch nicht erweitert werden. Pro Röhre darf nur eine Spur betrieben werden.» Wer behauptet, die Bundesverfassung werde nicht respektiert, liegt falsch, denn das Gegenteil trifft zu: Der Verfassungsauftrag wird auf den Gotthard bezogen, und ein zweispuriger Fahrbetrieb bedarf einer Verfassungsänderung, über die obligatorisch abgestimmt und welche von Volk und Ständen gutgeheissen werden muss. Es gibt also sehr gute Gründe, die für den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard sprechen.

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