Ein weiterer FDP-Parlamentarier verzichtet auf Bundesratskandidatur

Ständerat Andrea Caroni stellt sich nicht zur Verfügung als Kandidat für die Nachfolge von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Der Ausserrhoder stellt sich jetzt hinter die Kronfavoritin, die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter.

Fabian Fellmann
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Die FDP-Ständeräte Andrea Caroni (AR, rechts) und Karin Keller-Sutter (SG, links) sprechen an der Herbstsession der Eidgenössischen Räte. (KEYSTONE/Anthony Anex, (Bern, 24. September 2018))

Die FDP-Ständeräte Andrea Caroni (AR, rechts) und Karin Keller-Sutter (SG, links) sprechen an der Herbstsession der Eidgenössischen Räte. (KEYSTONE/Anthony Anex, (Bern, 24. September 2018))

Er wurde als ein möglicher Bundesratskandidat gehandelt, der 38-jährige Ausserrhoder FDP-Politiker Andrea Caroni. Doch der Anwalt steht nicht zur Verfügung, wie er in einer Mitteilung schreibt. «Die vielen ermunternden Anfragen haben mich geehrt und gefreut, doch steige ich nicht in dieses Bundesrats-Rennen», schreibt Caroni, der bestens weiss, was nach einer allfälligen Wahl zu erwarten wäre.

Schliesslich hatte Caroni seine politische Karriere im Stab des Ausserrhoder FDP-Magistraten Hans-Rudolf Merz begonnen - worauf er in seiner Mitteilung Bezug nimmt: «Als ehemaliger persönlicher Mitarbeiter eines Bundesrates weiss ich: Dieses Amt ist allumfassend.» Das Familienleben und eine solche Aufgabe kämen einander in die Quere. «Daher könnte ich nicht gleichzeitig meinen beiden kleinen Kindern (2 und 4) ein guter Vater sein und dem Land ein guter Bundesrat», schreibt Caroni.

Ein Plädoyer für Karin Keller-Sutter

Gegen eine Kandidatur spricht für den Ausserrhoder weiter, dass er in der Partei eine besondere Rolle bei der Suche nach einer Nachfolge übernommen hat. Als erster Vizepräsident der FDP Schweiz sei er Mitglied der Evaluations-Gruppe, schreibt Caroni. Der Ausserrhoder stellt sich jetzt klar hinter die Top-Favoritin für den freien FDP-Sitz im Bundesrat, die 54-jährige St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter.

«Als Ostschweizer hoffe ich nun sehr, dass Karin Keller-Sutter kandidiert.»

«Denn in der Landesregierung braucht es mehr Ostschweiz, mehr Frauen und vor allem starke und kompetente Persönlichkeiten», schreibt Caroni.

Keller-Sutter will nach ihren Ferien über eine Kandidatur entscheiden und informieren. Parteiintern hat sie nun keine Konkurrenz mehr aus der Ostschweiz im engeren Sinn. Einzig der St. Galler Finanzdirektor Beni Würth könnte noch den regionalen Anspruch der Ostschweizerin schmälern; der CVP-Politiker überlegt sich ein Antreten für die Nachfolge von Doris Leuthard. Da der CVP-Sitz bei der Bundesratswahl vom 5. Dezember vor jenem der FDP besetzt wird, könnte Würth allenfalls zum Stolperstein für Keller-Sutter werden.

Keller-Sutter muss sich aber möglicherweise gegen parteiinterne Herausforderer durchsetzen. Eine Kandidatur prüfen der Bündner Ständerat Martin Schmid, der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki, der Urner Ständerat Josef Dittli sowie die Zürcher Nationalrätin Regine Sauter. Weitere potenzielle Interessenten haben abgesagt, etwa Parteipräsidentin Petra Gössi, die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh, die Baselbieter Nationalrätin Daniela Schneeberger sowie der Luzerner Ständerat Damian Müller.

Wer wagt es gegen Karin Keller-Sutter?

Immer mehr mögliche Kandidatinnen für die Nachfolge von FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann winken ab. Und Kronfavoritin Karin Keller-Sutter hat noch nicht offiziell zugesagt. Nun steigen die Chancen der FDP-Männer.
Henry Habegger