Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

Ein Triumph für die Ostschweiz und für die Frauen – der Kommentar zur Bundesratswahl

Karin Keller-Sutter hat den Sprung in den Bundesrat im zweiten Anlauf geschafft. Die bisherige St.Galler Ständerätin ist in vielerlei Hinsicht eine Hoffnungsträgerin. Und sie wird in der Landesregierung eine prägende Rolle spielen.
Stefan Schmid
Stefan Schmid, Chefredaktor. (Bild: Benjamin Manser)

Stefan Schmid, Chefredaktor. (Bild: Benjamin Manser)

Was für ein Tag für die Frauen! Und was für eine glanzvolle Wahl! Die Vereinigte Bundesversammlung hat die St.Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter und die Walliser CVP-Nationalrätin Viola Amherd auf Anhieb in die Landesregierung gewählt.

Dass es die beiden Frauen problemlos schaffen werden, hatte sich in den letzten Stunden vor der Wahl abgezeichnet. Dennoch ist die grandiose Inthronisierung der beiden Frauen ein starkes Zeichen. Ein Zeichen für die Frauen in diesem Land. Für die Ostschweiz auch. Und gegen parteipolitische Manöver, die in den vergangenen Jahren zu oft an Bundesratswahlen den Takt angegeben haben.

Brückenbauerin Keller-Sutter

Insbesondere für Karin Keller-Sutter dürfte der Tag eine grosse Genugtuung sein. Acht Jahre nach ihrer ersten und erfolglosen Bundesratskandidatur ist die Wilerin am Ziel ihrer Träume angelangt. Völlig zu recht. Die Wilerin hat es in ihren sieben Jahren im Ständerat geschafft, partei- und regionenübergreifend Brücken zu bauen und pragmatische Lösungen in den grossen politischen Fragen der Gegenwart zu finden. So gilt sie als Mitarchitektin des AHV-Steuerdeals, der nächstes Jahr wahrscheinlich an die Urne kommt.

Gleichzeitig konnte Keller-Sutter mit der Verlagerung ihrer politischen Schwerpunkte auf die Sozial-, Europa- und Steuerpolitik ihr Image als asylpolitische Hardlinerin bei der politischen Linken abstreifen. Beides hat ihr für die Wahl in den Bundesrat sehr geholfen. Man nahm sie im Bundeshaus als solide, im liberalen Gedankengut verankerte, in der Sache aber unideologisch argumentierende Politikerin wahr. Eigenschaften, die es braucht, um auch im Bundesrat Erfolg zu haben.

Eine Hoffnungsträgerin

Die St.Gallerin ist nicht nur eine Hoffnungsträgerin für die Ostschweiz. Sie setzte sich als Ständerätin zusammen mit ihrem SP-Kollegen Paul Rechsteiner beharrlich für Anliegen unseres Landesteils ein. Und die Vorzeichen stehen gut, dass sie dies nach Kräften auch in neuer Funktion tun wird. Keller-Sutter ist auch eine Hoffnungsträgerin für den Schweizer Freisinn.

Die 54-Jährige wird im Bundesrat – im Unterschied etwa zu ihren mitunter umständlich agierenden Vorgängern Johann Schneider-Ammann und Didier Burkhalter – eine prägende und gestaltende Rolle spielen. Das dürfte dem Freisinn, der sich ohnehin im Aufwind befindet, zusätzlichen Schub verleihen.

Viola Amherd, links, und Karin Keller-Sutter, freuen sich über ihre Wahlen in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Applaus für Karin Keller-Sutter nach der Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Die beiden neu gewählten Bundesraetinnen Karin Keller Sutter und Viola Amherd verlassen den Saal nach der Vereidigung. (Bild: Keystone)
Die beiden neu gewählten Bundesrätinnen Karin Keller Sutter und Viola Amherd, von rechts, werden beglückwünscht nach der Vereidigung. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, und Viola Amherd, werden zwischen den Ratsweibeln Ivan Della Valentina, links, und Peter Truffer, vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, Mitte, rechts, und Viola Amherd, werden vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller Sutter im Moment ihrer Wahl zur Bundesrätin im ersten Wahlgang während der Bundesratswahlen. (Bild: Keystone)
Die neugewaehlten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter, Mitte links, und Viola Amherd, Mitte rechts, treffen die Mitglieder des Gesamtbundesrats, von links, Bundespräsident Alain Berset, Ueli Maurer, Doris Leuthard, Simonetta Sommaruga, Johann Schneider-Ammann, Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Bundeskanzler Walter Thurnherr. (Bild: Keystone)
Anhaenger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter. (Bild: Keystone)
Anhänger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter, FDP-SG, in den Bundesrat in Bern. (Bild: Keystone)
Anhänger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter, FDP-SG, in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, und Viola Amherd, werden zwischen den Ratsweibeln Ivan Della Valentina, links, und Peter Truffer, vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Anhänger der Urner Regierungsrätin und Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen verfolgen die Bundesratswahlen im Restaurant "Vierte Wand" in Bern. (Bild: Keystone)
Die neugewählten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter, 2. von rechts, und Viola Amherd, 3. von rechts, posieren mit dem Gesamtbundesrat, von links, Bundespräsident Alain Berset, Ueli Maurer, Simonetta Sommaruga, Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Bundeskanzler Walter Thurnherr, nach der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates (Bild: Keystone)
Der unterlegende Bundesratskandidat Hans Wicki, rechts, gratuliert Karin Keller-Sutter, zu ihrer Wahl. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW, 2. von rechts, zwischen Josef Dittli, FDP-UR, rechts, und Erich Ettlin, CVP-OW, während der Ersatzwahl in den Bundesrat . (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter erklärt Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates und wird von Edith Graf-Litscher, SP-TG, umarmt. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, Mitte, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, links, gibt ihre Stimme ab neben Paul Rechsteiner, SP-SG. (Bild: Keystone)
Der unterlegene Bundesratskandidat Hans Wicki erklärt sich den Medien. (Bild: Keystone)
Die unterlegene Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen erklärt sich den Medien nach der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Küsschen für die neue Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Viola Amherd erklärt Annahme der Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates und erklaert Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Viola Amherd, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates mit der weiteren Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter. (Bild: Keystone)
Die neue Bundesrätin Viola Amherd strahlt nach Bekanntgabe ihrer Wahl. (Bild: Keystone)
Viola Amherd, Mitte, freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd im Moment ihrer Wahl zur Bundesrätin im ersten Wahlgang. (Bild: Keystone)
Andrea Gmür, CVP-LU, rechts, macht ein Bild mit ihrem Smartphone von Beat Rieder, CVP-VS, der neuen Bundesrätin Viola Amherd, CVP-VS, und von Konrad Graber, CVP-LU, von links. (Bild: Keystone)
Die neue Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Der Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW, wirft seinen Stimmzettel in die Urne von Ratsweibel Charles Riesen. (Bild: Keystone)
Matthias Aebischer, SP-BE, rechts, diskutiert mit Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW. (Bild: Keystone)
Ida Ganzmann fotografiert ihre Parteikollegin und Bundesratskandidatin Viola Amherd während der Bundesratswahlen. (Bild: Keystone)
Bundesrat Johann Schneider Ammann und Bundesrätin Doris Leuthard verlassen die Vereinigte Bundesversammlung nach der Verabschiedung. (Bild: Keystone)
Die Ratsweibel Nathalie Radelfinger und Ivan Della Valentina machen sich mit den Wahlurnen bereit zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die elektronische Anzeigetafel im Saal zeigt die Tagesordnung mit der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Filippo Lombardi posiert mit der abtretenden Bundesrätin Doris Leuthard, rechts der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Amman. (Bild: Keystone)
Kuhglocken stehen in einem Restaurant in dem Anhänger der Urner Regierungsrätin und Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen die Bundesratswahlen verfolgen. (Bild: Keystone)
Emotionen zum Abschied: Als sie bei der Rede ihrem Mann dankt, verdrückt Bundesrätin Doris Leuthard ein Tränchen. (Bild: Keystone)
Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Mitte, empfängt den Applaus der Vereinigten Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die abtretenden Bundesräte Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann umarmen sich bei der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Vereinigte Bundesversammlung verabschiedet die abtretenden Bundesräte. (Bild: Keystone)
Der diesjährige Bundespräsident Alain Berset, links, und sein Nachfolger Ueli Maurer vor der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann hält seine Abschiedsrede. (Bild: Keystone)
Bundesrätin Doris Leuthard wird von der Vereinigten Bundesversammlung während der Bundesratswahlen verabschiedet. (Bild: Keystone)
Blumen für die abtretenden Bundesräte Doris Leuthard, links, und Johann Schneider-Ammann bei der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, rechts, und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, links, zusammen mit Ständerat Hannes Germann, SVP-SH, Mitte, vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard, Mitte, erhält nach ihrer Abschiedsrede viel Applaus. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, FDP-SG, Mitte, im Gespräch mit Eric Nussbaumer, SP-BL, links, und Christine Bulliard-Marbach, CVP-FR, kurz vor der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, links und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, strahlen vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard lacht zu Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter sitzt auf dem Ständeratssstuhl neben Isidor Baumann, CVP-UR, rechts der zweite Kandidat der FDP, Hans Wicki, FDP-NW, kurz vor Beginn der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, links und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, strahlen vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Der wilde Kandidat für den Bundesrat aus der Romandie, Ivo Stevanato, posiert in der Eingangshalle des Bundeshauses vor der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, FDP-SG, schreitet zum Bundeshaus. (Bild: Keystone)
63 Bilder

Tag der Wahl: Die besten Bilder aus dem Bundeshaus

Vor grossen Herausforderungen

Vor allem aber tut eine starke Frau wie Karin Keller-Sutter dem ganzen Land gut. Die Schweizer Regierung braucht durchsetzungsfähige und vor allem politische Köpfe, die strategisch denken können. Die innenpolitischen Herausforderungen sind gross. Und das Verhältnis zur Europäischen Union ist in einem ungünstigen Schwebezustand, den es möglichst rasch zu beheben gilt. Dem Bundesrat sind die Fäden an den verschiedenen Fronten in den vergangenen Monaten entglitten. Keller-Sutters Aufgabe besteht nun darin mitzuhelfen, die Rolle der Exekutive als strategisches und politisches Führungsgremium wieder zu stärken.

Ein ansehnlicher Wert

Der 5. Dezember geht aber aus einem anderen Grund in die Geschichte unseres Landes ein: Noch nie sind am selben Tag gleich zwei Frauen in die oberste Behörde der Eidgenossenschaft gewählt worden. Neu sind drei von sieben Regierungsmitgliedern weiblich. Das ist im internationalen Vergleich ein ansehnlicher Wert. Von einer Übervertretung kann nach jahrzehntelanger männlicher Dominanz und angesichts der Frauenmehrheit in der Bevölkerung indes keine Rede sein.

Der Einfluss der Frauen

In Anbetracht nach wie vor existierender Benachteiligungen – sei es beim Lohn oder bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – war es ein kategorischer Imperativ, Frauen in den Bundesrat zu wählen. Dank der guten Auswahl, die FDP und CVP präsentiert haben, fiel es der Bundesversammlung leicht, die Frauenquote in der Schweizer Regierung substanziell zu erhöhen.

Als mit Eveline Widmer-Schlumpf, Doris Leuthard und Simonetta Sommaruga letztmals drei Frauen im Bundesrat sassen, hatte dies konkrete Auswirkungen auf Entscheide der Exekutive. Namentlich die Energiewende oder obligatorische Lohnkontrollen in grösseren Betrieben wären ohne die Frauen so nicht beschlossen worden. Man darf somit gespannt sein, wie sich diese neue Zusammensetzung des Bundesrats künftig in der täglichen Politik auswirken wird.

Breite Mobilisierung gefragt

Die Wahl von zwei Bundesrätinnen dürfte über den Wahltag hinaus Frauen ermuntern, in der Politik, aber auch in der Wirtschaft Verantwortung zu übernehmen. Längst ist klar: Gemischte Führungsgremien sind erfolgreicher als einseitig zusammengesetzte. Soll die Wahl kein singuläres Ereignis bleiben, braucht es landesweit viel mehr Frauen, die bereit sind, sich für wichtige Ämter zur Verfügung zu stellen. Nur eine breite Mobilisierung der Frauen bringt nachhaltig jene gesellschaftlichen Veränderungen, die mit der heutigen Wahl der beiden Bundesrätinnen neu angestossen worden sind.

Der Videokommentar von Chefredaktor Stefan Schmid

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.