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Ein Romand für Zürichs Elite

Physiker Joël Mesot wird neuer Präsident der ETH Zürich. Er will die besten Forscher ins Land locken – und warnt vor einem Digital-Tsunami.
Yannick Nock
Joel Mesot übernimmt am 1. Januar das Präsidium.

Joel Mesot übernimmt am 1. Januar das Präsidium.

Die Kandidatensuche für eine der wichtigsten Positionen in der Schweizer Bildungslandschaft ist vorbei. Die ETH Zürich hat einen neuen Präsidenten gefunden. Physiker Joël Mesot, Leiter des Paul-Scherrer-Instituts, wird ab dem 1. Januar das Amt von Lino Guzzella übernehmen. Das gab der Bundesrat gestern bekannt.

Einfach wird die Aufgabe für Mesot nicht, denn was die Landesregierung von ihm erwartet, wurde gestern schnell deutlich: «Die ETH Zürich gehört zu den zehn besten Universitäten des Planeten», sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann. «Das muss so bleiben.» Die ETH ist Aushängeschild des Schweizer Forschungsplatzes. 21000 Studierende aus über 120 Ländern lernen derzeit in Zürich, über 500 Professoren forschen und unterrichten. Der Jahresetat beläuft sich auf 1,8 Milliarden Franken.

Kronfavorit und Brückenbauer

40 Kandidaten, darunter 18 Frauen, standen auf der Liste für Guzzellas Nachfolge. Der 54-Jährige galt als Kronfavorit auf den Posten: Führende Bildungsexperten aus dem ganzen Land sprachen sich für Mesot aus. In Genf geboren mit Studium in Zürich, ist der Physiker in beiden Landesteilen zu Hause. Ausserdem hält er eine Doppelprofessur an der ETH Zürich und der ETH Lausanne.

Schneider-Ammann bezeichnete den Romand denn auch als Brückenbauer zwischen der Deutsch- und der Westschweiz. Mesot soll eines der dringendsten Probleme der ETH Zürich lösen: An der Spitze fehlte es zuletzt an Konstanz. In den vergangenen 15 Jahren waren fünf Präsidenten im Amt. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum war es an der ETH Lausanne mit Patrick Aebischer nur einer, bis ihn Martin Vetterli 2017 ablöste. Laut Aebischer sind an den besten Hochschulen die Präsidenten oft über ein Jahrzehnt im Amt. Nur so könne eine Vision tatsächlich umgesetzt werden. Vielleicht werden es bei Mesot nicht zehn Jahre sein, aber schon heute ist klar, es sollen mindestens zwei Amtsperioden werden – also acht Jahre. Jung genug ist er mit seinen 54 Jahren dafür.

Vorgänger sorgte für Imageschaden

Vorgänger Lino Guzzella hatte nach vier Jahren an der Spitze genug. Er wolle sich nochmals verstärkt der Lehrtätigkeit widmen, sagte er, als er im Mai seinen Rücktritt bekanntgab. Allerdings geriet Guzzella zu Jahresbeginn öffentlich immer stärker unter Druck. Der Fall einer mobbenden ETH-Professorin sorgte für zahlreiche Negativschlagzeilen, die bis heute nachhallen. Ihr wurden schikanierende Lehrmethoden vorgeworfen. Ein Imageschaden für die renommierte Hochschule. Der ETH-Ratspräsident sagte auf Nachfrage, dass die Probleme noch nicht gelöst seien und dass sich der neue Präsident ebenfalls mit der Betreuungskultur befassen müsse.

Vorgänger Lino Guzzella hatte nach vier Jahren an der Spitze genug. Er wolle sich nochmals verstärkt der Lehrtätigkeit widmen, sagte er, als er im Mai seinen Rücktritt bekanntgab. Allerdings geriet Guzzella zu Jahresbeginn öffentlich immer stärker unter Druck. Der Fall einer mobbenden ETH-Professorin sorgte für zahlreiche Negativschlagzeilen, die bis heute nachhallen. Ihr wurden schikanierende Lehrmethoden vorgeworfen. Ein Imageschaden für die renommierte Hochschule. Der ETH-Ratspräsident sagte auf Nachfrage, dass die Probleme noch nicht gelöst seien und dass sich der neue Präsident ebenfalls mit der Betreuungskultur befassen müsse.

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