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Ein neuer Name für das Hirn der Armee

Personalsuche
Fabian Fellmann

Es ist wahrlich nicht der eleganteste Name, den das elektronische Hirn der einst besten Armee der Welt trägt: «Führungsunterstützungsbasis», kurz FUB. Der Informatikdienst des Verteidigungsdepartements beschäftigt 900 Personen, und es sollten noch mehr werden. Doch Departementschef Guy Parmelin findet nicht genug IT-Fachleute. Darum wies der SVP-Bundesrat seine Revision an, die Personalrekrutierung der FUB unter die Lupe zu nehmen. Der Prüfbericht bestätigt nun amtlich: «Führungsunterstützungsbasis» wirkt «wenig aussagekräftig und eher schwerfällig». Das könne sich «als nachteilig herausstellen»: «Wir sehen die Gefahr, dass viele Talente gar nicht wissen, dass die FUB ein attraktiver Arbeitgeber ist.»

Die Revisoren stiessen auf weitere Eigenheiten der FUB, welche die Anziehungskraft schmälern könnten. Die Homepage etwa strahle «eine gewisse militärische Dominanz» aus. Auf der Webseite prangt eine eiserne Faust, die eine Pfeile sprühende Hellebarde über die Schweiz hält, darunter posiert der FUB-Chef in Divisionärsuniform. Fürwahr: Der Kontrast zu hippen IT-Buden, wo Digital Natives in Plüschsesseln fläzend Kurkuma Soy Latte schlürfen, könnte grösser nicht sein. Gefragt sind dort statt militärischem Drill Kreativität, Dynamik, interessante Arbeit und Flexibilität.

Beim Personalmarketing der FUB «sollte aus unserer Sicht nicht die Armee im Vordergrund stehen», sondern der Gedanke des hochspezialisierten Serviceproviders, heisst es darum im Prüfbericht. Auch sollen die Büros schöner werden, weil «Farben, Formen und Materialien in unserem Leben eine grosse Rolle spielen». Mit Vierfrucht-Tarnnetzen ist es nicht getan: Vielmehr müssten die Räume «mit den kreativen Ideen» der Mitarbeitenden «individualisiert» werden.

Schliesslich sollen die FUB-Leute selbst für ihren Arbeitgeber werben, auf Bewertungsplattformen wie Kununu.com. Das birgt Tücken. Zwar werden Lohn und Arbeitsbedingungen der FUB dort durchwegs als gut bezeichnet. Doch heisst es im jüngsten Eintrag: «VBS / Militär hat einen schlechten Ruf – ist ein Bundesbetrieb => noch schlechterer Ruf als ‹Geldvernichtungsmaschine›».

Gut, dass nun eine Arbeitsgruppe in Parmelins Departement die «Denkanstösse» aus dem Bericht vertieft analysiert. Dabei wird auch über einen neuen Namen für die FUB nachgedacht, auf dass sie im Rennen um die Talente zu den besten gehöre. Hopp, «Swiss Guybersecurity»!

Fabian Fellmann

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