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Kolumne

Ein bewegender Sommer geht zu Ende

Die Debatte um die Trockenheit hat den Landwirten im Land zugesetzt.
Raphael Bühlmann
Raphael Bühlmann

Raphael Bühlmann

Sengende Hitze, verdorrte Felder und Massen geschlachteter Tiere – das agrarpolitische Verdikt des Sommers 2018 ist – wenn man so will – schnell gefällt. Viele Bauern, ein Haufen Viecher – das macht Luft und Klima kaputt – sprich, die Trockenheit sei hofgemacht und die Bauern selber schuld an der Misere.

Und so kommt man denn auch ganz leicht zum Schluss, dass es «an der Zeit ist, dass sich die Bauern bewegen». Toll, dass das unbestrittene Problem in den Kommentarspalten so haarscharf analysiert wird, und so endlich Bewegung in die Sache kommt.

Wobei, erzeugt Bewegung denn nicht selbst auch Wärme? Auch kann man sich durchaus die Frage stellen, wer sich bei solch hohen Temperaturen noch bewegen muss. Die Bauern? Die Tiere? Letztere bewegen sich bereits heute viel und häufig – Direktzahlungen sei Dank. Weidehaltung oder Laufställe mit grosszügigen Ausläufen sorgen bei Kühen, Schweinen oder Hühnern für viel Komfort und werden bewusst gefördert.

Genau das führt aber in tierintensiven Regionen des Landes zu vielen schädlichen Gasen in der Luft. So kann man den Tierwohlprogrammen zumindest eine gewisse Mitschuld am Klimawandel unterstellen.

Wohl auch zuerst geklärt werden müsste, wer das Steuer in die Hand nimmt und wo und wohin die bewegende Reise der Bauern überhaupt gehen soll. Vielleicht in Richtung Ökologie im Sinne der Steuerzahler? Oder doch gen Effizienz für die Exportwirtschaft? Denkbar wäre sogar, dass sich die Landwirtschaft in Zukunft ausschliesslich an der Nachfrage des Marktes orientiert. Es gibt also noch einigen Klärungsbedarf bevor Sachen in Bewegung geraten. Man stelle sich die Hitze vor, die entstehen könnte, wenn 50 000 Landwirte und 15 Millionen Nutztiere ziellos umherirrten. Bei der sonst schon körperbetonten Arbeit drohte hier gar ein Kollaps.

Bevor also Richtung und Ziel der Schweizer Landwirtschaft nicht glasklar und verlässlich verankert sind, ist Bauern und Tieren wohl eher Stillstand und ein kühler Kopf angeraten.

Selbes soll im Übrigen auch für Kommentatoren gelten, denen in der Hitze jegliche Rundumsicht abhanden­gekommen zu sein scheint. Woran das liegt? Aus der Ferne lässt sich nur mutmassen. Denkbar aber ist, dass der einfache Fingerzeig eben einfacher ist als die thematische Auseinandersetzung. Denn bewegt werden sollen ja vor allem die Gemüter.

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