«Ein Apparatschik»

SRG-Generaldirektor Armin Walpen tritt zurück. Ihre spontane Reaktion?

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Roger Schawinski Geschäftsführer Radio 1

Roger Schawinski Geschäftsführer Radio 1

SRG-Generaldirektor Armin Walpen tritt zurück. Ihre spontane Reaktion?

Ich bin erleichtert, dass das Trauerspiel bei der SRG nicht noch weitergeht. Viele Medien bis hin zur gouvernementalen NZZ haben von Chaosmanagement bei der SRG geschrieben. Walpen hat nun offenbar gemerkt, dass er völlig ausgeschossen ist und dass er die Sache nicht mehr ins Lot bringen kann.

Wie hat Walpen die SRG geprägt?

Sehr stark. Es ging ihm immer um sich selber. Das Programm war für Walpen eigentlich immer irrelevant. Sein Image, sein Prestige, seine Priviliegien standen für ihn immer im Zentrum.

Was verliert die SRG mit Armin Walpen?

Sie verliert einen Apparatschik an der Spitze, der nie hätte in diese Position gelangen dürfen. Einen, der von Medien nie etwas verstanden hat und sich dafür auch nie interessiert hat.

Wen sehen Sie als möglichen Nachfolger?

Da hab ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Absolut notwendig wäre nun, dass man sofort einen neuen Generaldirektor wählen würde und Walpen früher abtreten muss. Der neue Generaldirektor könnte die wichtigsten Managementposten neu wählen. Diese Entscheide kann man nicht mehr Armin Walpen überlassen, das muss der neue Chef tun.

Walpen bleibt nun aber noch eineinhalb Jahre im Amt.

In einer Situation, in der so viele wichtige Entscheide anstehen, ist es unsinnig, eine «lame duck» noch so lange im Amt zu belassen.

Sind Sie persönlich an diesem Posten interessiert?

Nein, überhaupt nicht.

Wohin sollte sich die SRG künftig bewegen? Woran fehlt es?

An der Spitze der SRG braucht es mehr Begeisterung und mehr Professionalität. Wenn das der Fall ist, wird ein Ruck durch das ganze Unternehmen gehen. (sts)

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