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EGMR stützt Schweizer Asylentscheid

Ausschaffung Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg stützt den Entscheid der Schweizer Behörden, wonach ein homosexueller Asylsuchender aus Sierra Leone in seine Heimat weggewiesen werden soll. Der Mann hatte geltend gemacht, er sei dort wegen seiner sexuellen Orientierung ­gefährdet. Der Mann habe nicht ausreichend belegen können, dass er in seiner Heimat gefährdet gewesen sei, schreibt der EGMR in einem gestern publizierten Urteil.

Der Gerichtshof ist auf die Beschwerde nicht eingetreten. Wie die Schweizer Behörden sieht der EGMR keine Hinweise, die bei einer Rückkehr des Mannes in seine Heimat auf eine konkrete Gefahr schliessen liessen.

Keine ausreichenden Belege

Der heute 30-Jährige war im November 2012 in die Schweiz gekommen und hatte hier ein Asylgesuch gestellt. Dieses wurde ­jedoch mit der Begründung ab­gewiesen, dass seine Aussagen nicht glaubwürdig seien. Der Mann hatte vorgebracht, er sei sich im Alter von zwölf Jahren seiner sexuellen Orientierung bewusst geworden. Später habe er sich bei einer Organisation engagiert, die sich für die Interessen von Lesben, Schwulen und Intersexuellen einsetzt. Der Asylsuchende machte weiter geltend, er sei wegen der Teilnahme an einer Kundgebung fünf Tage im Gefängnis gewesen. Es sei für die Ehe von Personen gleichen Geschlechts demonstriert worden. Belege für die Inhaftierung konnte der Mann nicht vorlegen, wie der EGMR schreibt.

Der Gerichtshof führt in seinem Entscheid einen Bericht des amerikanischen Aussenministeriums zur Menschenrechtssituation in Sierra Leone auf. Gemäss diesem Bericht sind bis 2016 keine Fälle von staatlichen Übergriffen gegenüber Homosexuellen bekannt geworden. Ein aus dem Jahr 1861 stammendes Gesetz, das sexuelle Kontakte zwischen Männern verbietet und Gefängnisstrafen von zehn Jahren bis ­lebenslänglich vorsieht, werde nicht angewendet. (sda)

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