Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

E-TICKET: Erst einsteigen, dann bezahlen

Die SBB, die BLS und Postauto testen eine App, die Fahrten mit dem Smartphone erfasst. Der Datenschützer stellt für die Einführung Bedingungen.
Tobias Gafafer

Sie drohten beim E-Ticket den Anschluss zu verpassen. Nun machen die SBB vorwärts: Ab sofort testen sie mit der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) und Postauto bis im September schweizweit eine App; dies kündeten die drei Unternehmen gestern an. Grundlage ist die BLS-App Lezzgo, die um Bern bereits mehrere Tarifverbunde anbieten. Sie erfasst über das Handy und GPS-Daten alle Fahrten. Passagiere aktivieren und beenden die App am Anfang respektive am Schluss einer Reise mit einem Click. Diese verrechnet automatisch den günstigsten Tarif, etwa eine Tageskarte. Am Test können 200 Personen teilnehmen.

Ziel ist es, bei der Preisberechnung und Kontrolle für die ganze Branche einen Standard festzulegen. Diverse Tarifverbunde, etwa in der Ost- und Zentralschweiz, bieten zwar bereits Apps wie «Fairtiq» an, aber nicht immer nach den gleichen Regeln. Später soll es auch möglich sein, auf die Apps Abos zu laden, was heute nicht immer der Fall ist.

SBB lancieren eigene App

2018 wollen die SBB eine eigene App lancieren, die nach dem selben Prinzip wie Lezzgo funktioniert. Mit welcher Technologie sei noch offen, sagte Christof Zogg, Leiter des digitalen Geschäfts. Damit werden die SBB in Konkurrenz zur BLS oder der Südostbahn (SOB) stehen. Der Wettbewerb der Apps soll jedoch nicht über den Preis erfolgen. Im Vordergrund steht, welche Lösung am besten ist – und welche am wenigsten Akku verbraucht.

Die Ende 2016 lancierte SOB-App nutzen mittlerweile 400 Testkunden. Sie können damit Fahrpläne suchen und für die ganze Schweiz Tickets kaufen. Noch in diesem Jahr soll auch das nachträgliche Bezahlen funktionieren. SOB-Direktor Thomas Küchler begrüsst auf Anfrage einen gemeinsamen Standard für die Branche. «Wir würden diesen übernehmen.» Küchlers Pläne gehen aber über eine App, die mit GPS-Daten arbeitet, hinaus.

Im Herbst will die SOB ihre Mobilitätsplattform «Abilio» lancieren, auf der Dritte Leistungen abbieten können. Mit Siemens arbeitet sie auch an einer Variante, welche die Kunden beim Einstieg automatisch registriert. Nur für den ÖV wäre dies nicht nötig, sagt Küchler. «Aber wenn wir längerfristig Transportketten aus verschiedenen Produkten, etwa auch mit Velos, anbieten wollen, kommen wir nicht darum herum.» Die SOB hat ihre Pläne schon länger angekündigt, droht nun aber von anderen Anbietern überholt zu werden. «Die Entwicklung brauchte mehr Zeit als geplant», sagt Küchler.

Bei allen Lösungen stellen sich rechtliche Fragen, die der Datenschützer prüfen will. So dürfen die Bahnen keine Bewegungsdaten an Dritte weitergeben. E-Tickets seien zulässig, wenn die Passagiere über die Datenerhebung informiert würden und dieser zustimmten, sagt ein Sprecher des Datenschützers. Zudem sollten diese Alternativen haben und Tickets auch ohne GPS beziehen können, etwa am Automaten. Dass es Billette nur noch in elektronischer Form gibt, dürfte somit bis auf weiteres Zukunftsmusik bleiben.

Tobias Gafafer

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.