Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DOPPELROLLE: Köppel bleibt in der zweiten Reihe

Nationalrat Roger Köppel gehört auch künftig nicht der Parteispitze der SVP an. Dafür landete er mit seiner «Weltwoche» einen PR-Coup.

Manch einer wird den Namen gesucht haben, als die SVP am Dienstag ihren neuen designierten Parteileitungsausschussvorgestellt hat: Roger Köppel, Nationalrat und «Weltwoche»-Chef. Doch der Name des 52-Jährigen stand nicht auf der Liste. Das ist überraschend, denn Köppel ist einer der bekanntesten Köpfe der Partei und wurde auch schon als Nachfolger von SVP-Übervater Christoph Blocher gehandelt. Stattdessen soll nun dessen Tochter Magdalena Martullo in die Parteispitze aufsteigen.

Dabei zweifelt in der SVP kaum einer daran, dass Köppel Ambitionen hat. Heute ist er bereits Verantwortlicher für die Europapolitik in der Partei. Doch er musste wohl einsehen, dass es für mehr nicht reicht. Dass er neben seinem Job als Verleger und Chefredaktor der «Weltwoche» nicht auch noch eine Funktion im Parteileitungsausschuss übernehmen kann. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» drückte es Köppel so aus: «Ich habe immer gesagt, ich würde mich nur im absoluten Notfall zur Verfügung stellen.» Als Unternehmer fehle ihm die nötige Zeit dafür, sagte er. Dass Köppel nicht immer genug Zeit hat für die Politik, das zeigt sich im Parlament: Kein Nationalrat fehlt laut einer Analyse der «NZZ am Sonntag» bei Abstimmungen so oft wie der «Weltwoche»-Chef.

Bei der SVP hatte man eigentlich grosse Hoffnungen gesetzt auf Köppel, als dieser im Jahr 2015 überraschend seine Kandidatur als Nationalrat bekannt gab. «Roger Köppel hat eindeutig Spielmacherqualitäten», sagte der damalige Parteipräsident Toni Brunner in einem Interview auf die Frage, ob der Journalist eine Führerfigur im Team der SVP sei. Diese Rolle konnte Köppel bisher jedoch nicht ausfüllen. Zudem ist er eine Reizfigur und provoziert, was der SVP auch schaden kann. So sorgte er 2016 für einen Eklat im Parlament, als er Justizministerin Simonetta Sommaruga während einer Diskussion eine «frivole Leichtfertigkeit» im Umgang mit der Verfassung vorwarf – woraufhin die Bundesrätin und die SP-Fraktion den Saal verliessen. Seinen Wert für die Partei darf man aber trotzdem nicht unterschätzen. Er ist rhetorisch brillant und füllt Säle, wie es sonst nur Christoph Blocher kann. Und als Chef der «Weltwoche» kann er SVP-Themen wie Ausländer und EU auch medial bewirtschaften.

Und mit dieser «Weltwoche» landete er just an dem Tag, an dem die neue designierte SVP-Spitze ohne ihn vorgestellt wurde, einen PR-Coup. Auf Einladung von Köppel hielt am Dienstagabend Steve Bannon einen Vortrag in Zürich. Es war der erste öffentliche Auftritt des ehemaligen Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump in Europa. Bannon sang dabei ein Hohelied auf den Populismus und lobte die SVP. Medien aus aller Welt berichteten über den Besuch des US-Amerikaners und dem «conservative Swiss weekly», dem konservativen Schweizer Wochenmagazin, das die Veranstaltung organisiert hatte. Es dürfte eine schöne Genugtuung gewesen sein für den «Weltwoche»-Chef.

Michel Burtscher

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.