Gesundheit

Dieser TV-Spot soll Babys das Leben retten

Mit einer grossen Werbekampagne will die Stiftung Mütterhilfe auf das Problem des Baby-Schüttelns aufmerksam machen. Immer wieder sterben Kinder, weil ihre überforderten Eltern sie durch Schütteln ruhig stellen wollen.

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Babys quengeln und weinen - das ist normal. Doch wenn das Kleine stundenlang schreit sind viele Eltern überfordert und mit den Nerven am Ende. In ihrer Verzweiflung schütteln einige Väter und Mütter das Kind - oft mit fatalen Folgen.

Wenn ein Baby geschüttelt wird, können die peitschenartigen Bewegungen des Kopfs das Gehirn massiv schädigen.

2002 bis 2007: Acht tote Babys

Nach Angaben der Stiftung Mütterhilfe, die sich auf wissenschaftliche Studien bezieht, starben von 2002 bis 2007 acht Babys an solchen Schüttelattacken, zehn erlitten dabei schwerste Behinderungen.

Allerdings, so heisst es, dürfte die Dunkelziffer um einiges höher liegen, da viele Eltern das Schütteln verschweigen und Spätfolgen oft nicht mit der eigentlichen Ursache in Verbindung gebracht werden.

Breit angelegte Kampagne

«Das Thema ist latent aktuell», sagt Urs Schäfer, Leiter Fundraising und Kommunikation der Stiftung Mütterhilfe. Am 18. April lanciert die Organisation deshalb eine breit angelegte Kampagne, die auf die möglichen Verletzungen aufmerksam macht, welche beim Baby-Schütteln auftreten können.

Mit der Website www.nicht-schuetteln.ch, TV-Spots und weiteren Informationsmassnahmen wie Inseraten in Zeitungen und Zeitschriften will die Mütterhilfe Eltern für das Thema sensibilisieren.

Die Kampagne zeige aber auch konkrete Lösungen für durch schreiende Babys überforderte Eltern auf («Baby ablegen, Raum verlassen, ruhig werden!») und mache auf diverse Hilfsangebote aufmerksam, sagt Schäfer.

Rat für Hilfesuchende

Auch die Stiftung Mütterhilfe selbst bietet hilfesuchenden Eltern Beratungen an. Die Organisation unterstützt nach eigenen Angaben seit 1932 Schwangere, Mütter und Väter, wenn diese sich psychischen oder finanziellen Notlagen befinden.

Die aktuelle Kampagne der Mütterhilfe wird nicht nur private Spenden finanziert, sondern mit Geldern der Baxter International Foundation realisiert - einer gemeinnützigen Stiftung des gleichnamigen Pharmaunternehmens. (bau)