Diesen Sommer könnte es eng werden in der Schweiz - für Mensch und Natur

Die schönen Flecken in der Schweiz werden wegen des Coronavirus diesen Sommer gut besucht sein. Umso wichtiger ist es, sich schlau zu machen, wie man bei Outdoor-Aktivitäten am besten auf Tiere und Pflanzen Rücksicht nimmt.

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Die Natur ist in diesem Sommer besonders belastet. Wo es früher einsam war, will jetzt jeder hin.

Die Natur ist in diesem Sommer besonders belastet. Wo es früher einsam war, will jetzt jeder hin.

Die letzten Wochen und Monate haben es gezeigt: Die Corona-Krise lockt mehr Menschen raus in die Natur. Hielten sie sich während des Lockdowns vor allem in den siedlungsnahen Erholungsgebieten auf, strömen die Leute jetzt auch in die abgelegeneren Naturgebiete.

Regeln einhalten wichtiger denn je

Pro Natura freut sich, wenn mehr Menschen die Natur geniessen und diese so besser kennen und schätzen lernen. Tatsache ist aber auch, dass die zunehmenden Möglichkeiten, Freizeit und Sport draussen zu verbringen, die Natur belasten.

«Im Schilf brütende Vögel etwa, fliehen schon vor einem einzelnen Stand Up Paddler in ihrer Nähe. Bei wiederkehrenden Störungen kann es sein, dass die Elterntiere gar nicht mehr zu ihrer Brut zurückkehren», erklärt Andreas Boldt, Fachspezialist bei Pro Natura.

Pro Natura bittet daher alle Erholungssuchenden, sich zu informieren, wie sie ihre Wanderung, ihre Stand Up Paddel-Runde oder ihre Mountain Bike-Tour mit Rücksicht auf Fauna und Flora planen können. «Sie helfen damit, das zu erhalten, was sie geniessen möchten: eine möglichst intakte und vielfältige Natur», so Boldt.

Pro Natura Schutzgebiete erkunden

Wer – vielleicht zum ersten Mal überhaupt – ein Naturschutzgebiet besucht, findet die wichtigsten Verhaltensregeln oft an den grünen Informationstafeln vor Ort: Auf den Wegen bleiben, den Hund an die Leine nehmen, Feuer nur an erlaubten Feuerstellen entfachen und Abfall mitnehmen.

In einigen Schutzgebieten informieren und beraten Rangerinnen und Ranger die Besuchenden persönlich. Besonders gut unterwegs ist, wer eines der vielen Exkursionsangebote von Pro Natura nutzt. Diese Führungen bieten Gelegenheit, sich die Tier- und Pflanzenwelt eines Gebietes direkt vom Fachmann oder der Fachfrau erklären zu lassen.

In den nationalen Pro Natura Zentren Aletsch und Champ-Pittet sowie zahlreichen regionalen Naturzentren wartet ebenfalls ein Fundus an Informationen zu verschiedenen Lebensräumen und ihren Schutzbedürfnissen.

Besonders kostbar: die letzten wilden Gebiete der Schweiz

Viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten benötigen für ihr Überleben Naturräume, in denen der Mensch möglichst gar nicht in die Entwicklung eingreift. Wer sich vor einem Ausflug in die Natur informiert, hilft daher auch mit, die letzten ursprünglichen Gebiete der Schweiz zu erhalten.

Pro Natura wird im Rahmen ihrer Kampagne «Wildnis – mehr Freiraum für die Natur!» in den kommenden Monaten der Öffentlichkeit die verschiedenen Arten von Wildnis in der Schweiz näherbringen.