Die Zeit für Bargeld läuft noch nicht ab

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In anderen Ländern wird die Ankunft eines neuen Smartphones gefeiert, die Schweiz zelebriert dafür ihre Banknoten. Die Vorstellung der frischen Zehn-Franken-Note durch die Nationalbank kommt zwar nicht so trendig daher wie in den glitzernden Zentralen im Silicon Valley. Doch auch beim Papiergeld gilt eine eigene Dramaturgie. Ein Vorhang wird zur Seite gezogen und gibt den Blick erstmals auf das neue Design frei. Beim Sujet dreht sich diesmal alles um das Thema «Zeit». Ist das nur kokett oder schon provokant? Schliesslich sagen viele Leute bereits das Ende des Bargelds voraus.

Auch in der Schweiz wird nachweislich immer mehr bargeldlos bezahlt. Der aktuelle Bericht der Beratungsfirma Capgemini stellt diese Entwicklung rund um den Globus fest. Die Nationalbank hat trotzdem bekräftigt, dem Bargeld den Rücken zu stärken – weil es technologisch unabhängig ist und die Privatsphäre schützt. Missbrauch soll das Geldwäschereigesetz eindämmen. Doch ebenso sind die Währungshüter überzeugt, dass elektronisches Geld weiter im Aufwind ist.

Dafür gibt es gute Gründe. Kontaktloses Bezahlen mit Handy oder Kreditkarte ist schlicht bequem. Ausserdem werden intelligente Geräte – Waschmaschine, Kochherd oder Auto – stärker via Internet kommunizieren und vieles automatisch abrechnen. Neben solchem Komfort hat der Mensch aber schon immer Unabhängigkeit und Freiheit geschätzt. Werte, die sich grundsätzlich ins Digitale übertragen lassen. Doch auch diese Entwicklung ist nicht überall in der vernetzten Welt gleich weit gediehen. Im Zeitalter des Smartphones am Bargeld festzuhalten ist deshalb nicht von gestern, sondern ziemlich smart. Seite 9