Die Wirteprüfung ist zurück

Das Gastgewerbe ist heute viel freier als noch in den 90er-Jahren. Nun soll die Eintrittsschwelle für Quereinsteiger wieder erhöht werden.

Roger Braun
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Ein Bild aus alten Zeiten: Die Gastronomie hat sich die letzten Jahre stark verändert. (Bild: ky/Gaetan Bally)

Ein Bild aus alten Zeiten: Die Gastronomie hat sich die letzten Jahre stark verändert. (Bild: ky/Gaetan Bally)

Vor 20 Jahren kam es zum grossen Liberalisierungsschub in der Gastronomie. Für Neuwirte wurde es deutlich einfacher, ein Restaurant zu eröffnen. In acht Kantonen braucht es überhaupt kein Wirtepatent mehr.

Nun scheint der Wind zu drehen. In fünf der acht Kantone wird die Wiedereinführung der Wirteprüfung diskutiert. Den Wechsel bereits vollzogen hat Solothurn. Bisher ohne Wirteprüfung, schreibt der Kanton für Einsteiger neu einen 41tägigen Kurs vor. Ähnliches schwebt den Wirteverbänden in den Kantonen Ausserrhoden, Graubünden, Schwyz, Uri und Zug vor. Der Präsident des Wirteverbands Gastrosuisse, Casimir Platzer, sagt: «Vielen wird allmählich bewusst, dass sie mit der Liberalisierung zu weit gegangen sind.» So weit wie Solothurn müsse man nicht zwingend gehen, «doch zumindest minimale Grundkenntnisse sollte ein Gastrounternehmer haben». In der Ostschweiz gibt es in St. Gallen und Ausserrhoden Bestrebungen, die Latte für Quereinsteiger wieder höher zu legen. Während in St. Gallen eine Verschärfung des Gesetzes auf gutem Wege ist, ist Ausserrhoden noch nicht so weit. Eine parlamentarische Anfrage wurde vom Regierungsrat abschlägig beantwortet.

Dass es den Wirten einzig darum gehe, sich unliebsame Konkurrenz vom Hals zu halten, verneint Platzer. Es gehe um anderes: «Die Eintrittsschwelle fürs Gastgewerbe ist heute viel zu tief; jeder glaubt, einen Betrieb führen zu können – dabei sind die Anforderungen sehr hoch.» Höhere Mindestanforderungen sollen dafür sorgen, dass es weniger Konkurse gebe. «Es geht hier auch um die Sicherheit der Gäste sowie den Schutz der Mitarbeiter und der Lieferanten.»

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 31. Januar.

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