Kommentar

Die Verharmlosung des Virus durch Coronaskeptiker ist gefährlich

Dass Coronaskeptiker demonstrieren, ist ihr gutes Recht. Die Maskenpflicht aber gilt auch für sie. Und natürlich kann man die Gefahr durch das Coronavirus bestreiten – wahr wird es dadurch nicht.

Maja Briner
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Kopfsalat Online - Maja Briner

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Urs Bucher

Sie werden als Coronaskeptiker bezeichnet, von manchen gar als «Covidioten» beschimpft. Am Samstag wollen sie auf der Strasse gegen die Coronapolitik demonstrieren. Anders als in Berlin ist die Demonstration in Zürich bewilligt worden. Das ist ein gutes Zeichen für unsere Demokratie. Es ist das Recht aller, ihre Meinung zu äussern und zu demonstrieren.

Allerdings: Rechte und Pflichten gehören zusammen. Die Demonstranten dürfen sich nicht um geltende Regeln foutieren. Auch wenn sie die Maskenpflicht für unnötig halten, haben sie diese zu respektieren. Es ist störend, dass manche Gruppierungen im Voraus implizit dazu aufrufen, diese Regel zu missachten.

Gar gefährlich ist die Verharmlosung des Virus, wie sie manche betreiben. Natürlich darf jeder seine Meinung haben. Aber der Konsens in der Wissenschaft ist breit: Es braucht Schutzmassnahmen, um dieses heimtückische Virus einzudämmen. Die Schweiz hat es bisher geschafft, dabei einen guten Mittelweg zu gehen – weit weg von den teils äusserst rigiden Massnahmen in anderen Ländern.

Vergessen geht zudem gerne, dass viele Einschränkungen längst aufgehoben wurden – darunter auch das Demonstrationsverbot. Jetzt wäre es an der Zeit, die Hürden für Initiativen und Referenden vorübergehend zu senken. Wegen der Coronapandemie ist es seit Monaten viel schwieriger als üblich, genügend Unterschriften zusammenzubringen. Das ist nicht gut für unsere direkte Demokratie.

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