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Kommentar

Die Stigmatisierung muss aufhören

Von psychischen Leiden betroffene Menschen fürchten sich, als schwach oder nicht leistungsfähig zu gelten – deshalb schweigen sie. Dabei wäre es wichtig, dass Betroffene so offen über ihre Probleme reden können wie andere über einen Beinbruch oder über eine Herzoperation.
Michel Burtscher
Michel Burtscher, Inland-Redaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Michel Burtscher, Inland-Redaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Zuerst die gute Nachricht: Einer Mehrheit der Schweizer geht es heute psychisch gut. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. Auf die Frage, wie es ihnen gehe, antworteten die meisten mit «Gut» oder «Sehr gut». Das ist erfreulich, zeigt aber nicht die ganze Wahrheit: Zwei Drittel der Befragten gaben gleichzeitig an, dass sie in ihrem Leben schon einmal eine längere Phase erlebt haben, in denen es ihnen stimmungsmässig nicht gut ging. Wegen Stress und Überforderung beispielsweise oder auch Depressionen.

Die Zahlen zeigen: Psychische Probleme sind hierzulande weit verbreitet, in allen Altersklassen und sozialen Schichten. Umso erstaunlicher ist es, dass diese immer noch ein grosses Tabuthema sind. Gemäss den Studienautoren fürchten sich Betroffene vor allem davor, als schwach zu gelten oder als nicht leistungsfähig. Das scheint heute noch das grösste Hindernis für einen offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen zu sein.

Das ist fatal: Denn das kann dazu führen, dass jemand keine professionelle Hilfe sucht oder zu spät. Das ist nicht nur tragisch für die Direktbetroffenen, sondern auch teuer für die Allgemeinheit: Die Folgekosten von psychischen Erkrankungen betragen 20 Milliarden Franken pro Jahr. Eine breite öffentliche Diskussion über die Thematik tut deshalb Not. In der Pflicht sind alle: Familienangehörige, Freunde, Arbeitgeber. Die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Problemen und Erkrankungen muss aufhören. Es wäre zu wünschen, dass davon betroffene Personen irgendwann so offen darüber reden können wie andere über einen Beinbruch oder eine Herzoperation.

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