Die Spitzfindigkeiten des SRG-Generaldirektors

Eigentlich könnte sich der SRG-Generaldirektor ja bequem zurücklehnen: Bei der Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes, über die wir am 14. Juni abstimmen, geht es, so betont er immer wieder, nur um die Frage, ob die bisherigen Empfangsgebühren neu als Haushaltabgabe entrichtet werden sollen.

Gottlieb F. Höpli
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Eigentlich könnte sich der SRG-Generaldirektor ja bequem zurücklehnen: Bei der Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes, über die wir am 14. Juni abstimmen, geht es, so betont er immer wieder, nur um die Frage, ob die bisherigen Empfangsgebühren neu als Haushaltabgabe entrichtet werden sollen. Also nicht um die SRG, ihre Grösse und ihre Aufgaben. Zwar könnte man einwenden, es wäre gescheiter, zuerst über letzteres und erst dann über Finanzierungsfragen zu diskutieren. Das könne man nachher ja immer noch tun, beschwichtigt der SRG-Chef.

Aber statt den Ball flach zu halten, engagiert er sich persönlich massiv für diese Vorlage. Und weil die Gegenseite mit dem Gewerbeverband an der Spitze ja nicht gerade eine feine Klinge führt, wird auch der SRG-Chef bissig. An einer Veranstaltung der «Stiftung Medienvielfalt» nannte er die Debatte «ausserordentlich ideologisch» und wurde dann noch deutlicher: «Wir sollten über den Medienplatz Schweiz nicht so debattieren, wie Occupy über den Finanzplatz debattiert. An den Tatsachen völlig vorbei, ideologisch, mit Weltanschauung, mit Wertehaltung, und an den Gegebenheiten der Medienbranche völlig vorbei.» Kein Wunder, fühlte sich CVP-Nationalrat Gerhard Pfister danach auf dem Podium «zuerst Ideologe und dann inkompetent genannt».

De Wecks Aussagen wurden in einem «Salzkorn» dieser Zeitung mit dem Satz zusammengefasst: «SRG-Generaldirektor de Weck etwa bezeichnet die Gegner der Vorlage allesamt als Ideologen.» Postwendend verlangte dieser eine Richtigstellung des Inhalts: «Roger de Weck hat sich nie so geäussert.» Und weil der silberzüngig formulierende SRG-Chef auch nie so direkt sagen würde, was er meint, wurde ihm die Richtigstellung gewährt. So können sich unsere Leser selbst eine Meinung bilden.

Aber vielleicht wollte Roger de Weck ja sagen, die Debatte werde auf b e i d e n Seiten «ausserordentlich ideologisch» geführt. Dann wäre unser Satz tatsächlich falsch gewesen.