Die SP lässt sich noch alle Möglichkeiten offen

Ob die SP mit zwei oder mit drei Kandidaten zur Bundesratswahl antritt, bleibt offen. SP-Chef Levrat sagt, ein Dreierticket sei möglich.

Denise Lachat
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BERN. Die Geschäftsleitung der SP hat gestern nachmittag Hearings durchgeführt mit den vier Kandidaten, die sich um die Nachfolge von Bundesrätin Calmy-Rey bewerben. Die Tessinerin Marina Carobbio, der Walliser Stéphane Rossini, der Waadtländer Pierre-Yves Maillard und der Freiburger Alain Berset hatten je eine halbe Stunde lang Zeit, um ihre Motivation für den Bundesrat, ihre politische Auffassung und ihre Prioritäten sowie ihre Beziehung zur Partei darzulegen. Im Anschluss an die Hearings betonte Präsident Levrat vor den Medien, alle vier hätten das Rüstzeug und die Erfahrung für das Amt.

Entscheid liegt bei Fraktion

Wer von den vier Kandidaten schliesslich auf dem offiziellen Ticket der SP steht, soll die Fraktion in einer Woche entscheiden; die Geschäftsleitung gibt keine Empfehlung ab. Sie überlässt der Fraktion auch die Entscheidung, ob es ein Zweier- oder gar ein Dreiervorschlag sein soll. Levrat schloss die Möglichkeit eines Tickets mit drei Kandidaten nicht aus, wollte zu Vor- und Nachteilen aber nicht Stellung nehmen.

Tessin berücksichtigen

Ein Dreiervorschlag wäre unüblich, gäbe der SP aber die Möglichkeit, neben zwei Romands auch die Tessinerin zu berücksichtigen. Ihr Kanton und damit ihre Sprachregion ist seit dem Rücktritt von Flavio Cotti nicht mehr im Bundesrat vertreten. Umgekehrt müsste sie aber einen einzigen der vier Kandidaten auf die Ränge verweisen, und das könnte ausgerechnet ihr Vizepräsident, Nationalrat Stéphane Rossini sein. Der Walliser geht nicht als Favorit in diese Bundesratswahl; er zählt im Parlament nicht zu den «Leadern». Auf Anfrage unserer Zeitung winken indes diverse Fraktionsmitglieder bereits entschieden ab. Mit einem Dreierticket würde die interne Konkurrenz zu stark angeheizt, und die Partei verzettele ihre Kräfte, sagt die Basler Nationalrätin Silvia Schenker stellvertretend für andere: «Das ist keine gute Idee.»

Alle vier mussten versichern, sie würden keine Wahl gegen den Willen der Fraktion annehmen.