Die Sorgen der Schweizer

Jedes Jahr wird die Schweizer Bevölkerung nach ihren grössten politischen Sorgen befragt. Dieses Jahr steht die Arbeitslosigkeit wieder zuoberst – 49 Prozent setzen sie auf Platz eins.

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Jedes Jahr wird die Schweizer Bevölkerung nach ihren grössten politischen Sorgen befragt. Dieses Jahr steht die Arbeitslosigkeit wieder zuoberst – 49 Prozent setzen sie auf Platz eins. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit als Sorgenkind seit 1990 entspricht der Entwicklung der Arbeitslosenquote. Bei all den Sorgenthemen ist zu beachten, dass die öffentliche (und mediale) Aufmerksamkeit die Sorgenkurven stark beeinflusst. Die AHV erreicht immer relativ hohe Werte, Rentenhöhe und -sicherheit sorgen für einen Wiederanstieg.

Umgekehrte Tendenz bei der Umwelt: Seit der Waldsterbedebatte Ende der Achtzigerjahre wird die «grüne» Sorge kleiner. Das Gesundheitswesen bereitet heute noch rund einem Drittel der Bevölkerung Kopfweh, die Spitzenwerte um die Jahrtausendwende werden nicht mehr erreicht, der Verlauf korreliert mit der Kostenentwicklung. Ausländerfragen und soziale Aspekte werden erst seit ungefähr 1995 stärker genannt, vorher beunruhigten sie kaum jemanden. Anders Europa: die EU stand nach der denkwürdigen EWR-Abstimmung noch für die halbe Bevölkerung hoch im Kurs, heute nur noch für jeden Fünften.

Walo von Büren

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