«Die Sicht der einzelnen Regionen sollte explizit nicht integriert werden»

Frau Brander, die Einlagerung von radioaktiven Abfällen kann frühestens in ein paar Jahrzehnten beginnen. Ist es überhaupt zulässig, jetzt schon Aussagen über Auswirkungen zu treffen?

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Simone Brander Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesamt für Energie (Bild: Theodor Stalder)

Simone Brander Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesamt für Energie (Bild: Theodor Stalder)

Frau Brander, die Einlagerung von radioaktiven Abfällen kann frühestens in ein paar Jahrzehnten beginnen. Ist es überhaupt zulässig, jetzt schon Aussagen über Auswirkungen zu treffen?

Dinge wie Flächenverbrauch lassen sich heute gut prognostizieren. Aber natürlich, Faktoren wie Tourismus oder wirtschaftliche Entwicklung sind nur schwer vorherzusagen, auch wenn wir dies mit dem methodischen Vorgehen ausgleichen konnten. Die Studie zeigt Potenziale auf. Sie sagt nichts darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Auswirkungen eintreten.

Was ist dann der Sinn der Wirkungsstudie?

Ursprünglich sollten dadurch die verschiedenen Standortareale für Oberflächenanlagen innerhalb einer Region miteinander verglichen werden können. Nun gibt es aber sowieso – mit Ausnahme von Nördlich Lägern – nur noch ein Areal pro Region. Die Studie kann frühzeitig auf Konflikte und Chancen aufmerksam machen.

Die Regionalkonferenz Zürich Nordost kritisiert, dass sie hier zu wenig einbezogen wurde.

Die Reginalkonferenzen haben eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Studie beschäftigt. Dort wurden die Ergebnisse im Vorfeld vorgestellt. Nun haben die Regionalkonferenzen Zeit, die Studie eingehend zu studieren und eine Stellungnahme abzugeben. Zudem ist die Studie ganz klar ein Expertenbericht mit dem Ziel, die Standorte mit gleichen Ellen messen zu können. Die Sicht der einzelnen Regionen sollte explizit nicht darin integriert werden. (vbu)