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"Die Natur wird sich selbst überlassen"

Flurin Filli, Ihr Nationalpark besteht seit 1914. Nun steht ein weiterer zur Diskussion, und zwar im Locarnese. Wie stehen Sie zu diesem Vorhaben?
Wir im Engadin haben Freude am Projekt, und wir würden uns freuen, wenn es zustande käme. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir den Projektverantwortlichen dort Unterstützung zukommen lassen, wenn dafür Bedarf war.

Eine Konkurrenz sehen Sie darin also nicht?
Ganz und gar nicht. Wir sehen es eher so, als ob nun die Möglichkeit besteht, noch ein Geschwister zu bekommen.

Das Engadin hat über 100 Jahre Erfahrung mit dem Nationalpark. Was sind denn Ihrer Meinung nach die Vorteile eines solchen Parkes?
Es gibt zwei Aspekte. Zum einen wird in einem relativ grossen Gebiet die Natur geschützt. Bei uns ist dies insofern speziell, als das ganze Gebiet unter sogenanntem Prozessschutz steht. Das bedeutet, dass keine menschlichen Eingriffe, keine menschliche Nutzung erlaubt sind. Die Natur wird sich selber überlassen. Das unterscheidet uns vom Nationalpark Locarnese, wo es eine Kernzone mit Prozessschutz gibt. Aber es gibt dort auch Pflegezonen, in denen man gewisse Naturschutzziele erreichen will.

Und der zweite Aspekt?
Die regionale Wirtschaft darf mit dem Nationalpark-Label werben. Das zieht Besucher an. So generiert der Schweizerische Nationalpark jährlich über 20 Millionen Franken in der Region.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Parkes, bestehen ergänzende Ideen?
Der Schweizerische Nationalpark ist und bleibt so, wie er ist. Die Entwicklung wird mit dem Unesco-Biosphärenreservat Engadina/Val Müstair geschehen, wo wir Partner sind.

Was ist denn die Bedeutung eines Nationalparks für die Wissenschaft?
Ein Schwerpunkt in einem Nationalpark wie dem unseren ist die Langfristforschung, die Beobachtung der Natur und die Dokumentierung dessen, was dort geschieht, über einen langen Zeitraum also. Das Gebiet eignet sich dafür besonders gut, weil es keine Fremdeinflüsse gibt, die Natur sich selbst überlassen wird. Das sind wichtige Erkenntnisse, die die Wissenschaft so gewinnt. Das geht bis hin zum Klimawandel, der sich in diesen langen Zeiträumen abbildet.

Sie finanzieren sich ausschliesslich über Bundesgelder?
Der Schweizerische Nationalpark wird, wie der Name schon sagt, vom Bund getragen und verantwortet. So kommt tatsächlich ein grosser Teil der Einnahmen aus dieser Quelle. (cla)

Flurin Filli ist Betriebsleiter Schweizerischer Nationalpark im Engadin.

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