Luftverkehr
Die Ju-Air darf nach Absturz wieder fliegen – unter diesen drei Bedingungen

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) erlaubt der Ju-Air, den Flugbetrieb ab Freitag wieder aufzunehmen. Allerdings muss die Besitzerin der am 4. August abgestürzten historischen Junkers Ju-52 drei Bedingungen erfüllen.

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Für die Aufnahme des Flugbetriebes muss die JU-Air vorsorgliche Massnahmen des BAZL erfüllen.

Für die Aufnahme des Flugbetriebes muss die JU-Air vorsorgliche Massnahmen des BAZL erfüllen.

Ju-Air

Die verbleibenden zwei Flugzeuge der Oldtimer-Airline müssen eine Flughöhe einhalten, die über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestflughöhe liegt, lautet die erste vom Bazl am Donnerstag erlassene Bedingung.

Die Flugzeuge der Ju-Air müssen zweitens ein GPS-Datenaufzeichnungsgerät an Bord haben. Das Gerät muss jeden Flug aufzeichnen und eine nachträgliche Beurteilung der Flugroute ermöglichen.

Drittens müssen die Passagiere während des ganzen Fluges angeschnallt auf ihren Plätzen sitzen bleiben. Sie dürfen nicht mehr im Flugzeug herumgehen und auch das Cockpit während des Fluges nicht besuchen.

Bilder der abgestürzten JU-52-Maschine am Piz Segnas:

 Das Foto der Kantonspolizei Graubünden zeigt das Wrack.
11 Bilder
Medienkonferenz zur abgestürtzen «Tante JU» in Flims GR
Kurt Waldmeier, CEO von Ju-Air, zeigt sich an der Medienkonferenz vom Sonntag betroffen.
Helikotper bergen die Wrackteile des abgestürzten Flugzeugs.
Helikotper bergen die Wrackteile des abgestürzten Flugzeugs.
Ein Archivbild einer JU-51 der JU-Air.
 Am Sonntag informierte die Kantonspolizei in Flims vor den Medien
 "Das Flugzeug ist nahezu senkrecht und mit relativ hoher Geschwindigkeit auf den Boden geprallt", sagte Daniel Knecht von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust).
 Die SUST ermittelt in alle Richtungen.
 Ausgeschlossen werden kann zum jetzigen Zeitpunkt eine Kollision mit einem Hindernis, Kabel oder einem anderen Fluggerät.
 Die Flugunfalluntersuchung kann sich auf die Aussagen mehrerer Augenzeugen stützen, sagte Andreas Tobler von der Kantonspolizei Graubünden.

Das Foto der Kantonspolizei Graubünden zeigt das Wrack.

AP

Keine generellen technischen Probleme

Diese Massnahmen müsse Ju-Air vor der Wiederaufnahme des Flugbetriebs umsetzen, verlangt die Aufsichtsbehörde. Das habe die Gesellschaft bereits zugesichert. Sollten sich aus der laufenden Untersuchung der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) weitere Massnahmen ergeben, würde das BAZL sie verfügen.

Nach dem Absturz mit 20 Toten hatte das BAZL zusammen mit der Ju-Air und der Sust die Situation überprüft. Dabei ergaben sich keine Hinweise auf ein generelles technisches Problem der Ju-52, das ein Grounding der restlichen Flotte rechtfertigen würde.

Die Untersuchung der Sust kann aber bis zu einem ersten Zwischenergebnis mehrere Wochen oder Monate dauern. Sollten sich in dieser Zeit Hinweise auf ein technisches Problem ergeben, würde das Bazl die Lage neu beurteilen und allenfalls ein Flugverbot aussprechen.

Ju-Air erfüllt Auflagen

Die Ju-Air begrüsste die Auflagen und versicherte, sie vollumfänglich zu erfüllen. Sie basierten zu einem grossen Teil auf Vorschlägen der Gesellschaft selbst, teilte sie am Donnerstag mit. Der Flugbetrieb werde am Freitag wie geplant wieder aufgenommen.

Ju-Air-Chef Kurt Waldmeier erklärte, es sei sinnvoll, sich Gedanken über zusätzliche Sicherheitsmargen zu machen, da es noch keine konkreten Hinweise auf die Unglücksursache gebe. Das BAZL habe rasch gehandelt.

Das dreimotorige Flugzeug, das auf Sicht geflogen wird, ist die Nostalgie-Maschine in der Schweiz schlechthin, in Liebhaberkreisen "Tante Ju" genannt. Die Junkers Ju-52 mit der Immatrikulation HB-HOT und Baujahr 1939 war am 4. August gegen 17 Uhr an der Westflanke des Piz Segnas, auf 2540 Metern über Meer, auf Flimser Gemeindegebiet abgestürzt. Dabei kamen alle 17 Passagiere und die drei Besatzungsmitglieder ums Leben.

Die Ju-Air als Besitzerin der Maschine ist ein Verein, gegründet von Freunden der schweizerischen Luftwaffe (VFL). Er hatte in den 1980er-Jahren die drei von der Armee ausgemusterten Ju-52 übernommen.

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