Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die erfolgreichere Schweizer Nati: Der FC Nationalrat ist Europameister

Auf dem Fussballplatz sind die Schweizer Parlamentarier eine Macht. Sie sind amtierende Europameister. Topskorer ist der Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann, Trainer Ex-Profi Roger Hegi.
Michel Burtscher
Politiker von links bis rechts spielen für den FC Nationalrat: in Aktion SP-Politiker Matthias Aebischer. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)

Politiker von links bis rechts spielen für den FC Nationalrat: in Aktion SP-Politiker Matthias Aebischer. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)

Im zweiten Stock des Bundeshauses, ein bisschen versteckt zwischen zwei Säulen, steht eine Vitrine, in der man die sportlichen Erfolge des Parlaments sehen kann. Dort drin hat es seit kurzem einen Gegenstand, auf den einige Politiker im Bundeshaus mächtig stolz sind – und die Spieler der Schweizer Nati wohl ein bisschen neidisch: eine EM-Trophäe. Gewonnen hat sie der FC Nationalrat vor zweieinhalb Wochen beim internationalen Parlamentarierturnier in Österreich.

Der Mann, der massgeblich verantwortlich ist für diesen Erfolg, sitzt einen Stock tiefer im Vorzimmer des Ständeratssaals. Und den knallharten Kämpfer auf dem Fussballplatz würde man ihm nicht geben: Hannes Germann, gemässigter und umgänglicher Schaffhauser SVP-Poli­tiker, 61 Jahre alt, ehemaliger ­Junior beim FC Schaffhausen und heutiger Stürmer und vorübergehender Captain des FC Nationalrat.

Er zeigt auf den Bildschirm seines Laptops, der vor ihm liegt: «Hannes Germann schiesst Parlamentsfussballteam zum EM-Titel», steht da mit grossen Lettern auf der Internetseite eines Nachrichtenportals. «Solche Schlagzeilen liest man natürlich gerne», sagt Germann und lacht. Er war es, der im Final des Turniers gegen die finnischen Abgeordneten alle drei Tore geschossen hat.

Hubacher wollte nicht jassen

Der FC Nationalrat ist eine Institution. Im Jahr 1969 wurde der Club gegründet, der Legende nach durch die Basler Nationalräte Helmut Hubacher (SP) und Albin Breitenmoser (CVP). Sie wollten an den ratsfreien Nachmittagen nicht immer jassen wie viele andere Parlamentarier zu dieser Zeit. Germann nennt den FC Nationalrat ein «Erholungsprogramm zum politischen Alltag». Heutzutage treffen sich die politischen Hobbyfussballer immer am Dienstagabend während der Sessionen – denn mittlerweile finden die Ratssitzungen auch nachmittags statt.

Der FC Nationalrat spielt dann beispielsweise gegen den FC Erfrischungsgetränke, den FCAABB22Finanzkontrolle, die YB Old Stars, McDonald’s oder die Fifa. Und die ganze Sache ist durchaus professionell organisiert: Trainer der Mannschaft ist niemand Geringerer als Roger Hegi, ehemaliger Profifussballer und Trainer des FC St. Gallen. Zum Team gehören linke und rechte Politiker, Männer und Frauen: etwa Matthias Aebischer (SP), Jürg Grossen (GLP), Thomas Minder (parteilos), Barbara Steinemann (SVP) oder Marcel Dobler (FDP). Die Mannschaft ist also ein bunter Haufen – politisch wie auch von den Persönlichkeiten her. «Trotzdem funktionieren wir ­erstaunlich gut als Team», sagt Germann. Das liege daran, dass man ein gemeinsames Ziel habe: «Das Runde muss ins Eckige», sagt er.

Der FC Nationalrat als Vorbild für die Nati

Und wenn der Ball im gegnerischen Tor landet, dann ist die Chance gross, dass er zuletzt von Germann berührt wurde. Er war im vergangenen Jahr der Topskorer des Teams. Trotzdem sagt der Politiker: «Der Spass steht für mich im Vordergrund.» Der FC Nationalrat sei für ihn auch politisch wertvoll: «Man kommt mit Politikern aus verschiedenen Parteien in Kontakt, mit denen man sonst vielleicht nicht so viel zu tun hat», sagt Germann.

Zudem könnten Politiker durchaus etwas lernen vom Sport, findet der Schaffhauser Ständerat: «Wenn man zusammenfindet, kann man gemeinsam ein Ziel erreichen.» Doch es gibt für Germann auch etwas, das die Sportler lernen könnten: «Die Schweizer Nati darf unsere Leistung am Parlamentarierturnier gerne als Vorbild nehmen für ihren Auftritt an der WM.» Er fände es schön, wenn die Mannschaft bis in die Viertelfinals käme. Doch schon die Gruppenphase sei eine grosse Hürde, sagt Germann. «Die Schweiz hat schwierige Gegner.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.