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Die Deutsche Bahn steht in der Kritik

Birgit Baumann

Panne Es schaut ein bisschen aus wie ein Kunstwerk. Sanft wellen sich ansonsten stabile und gerade Schienen auf dem eingesunkenen Gleisbett. Doch was auf dem Boden bei Rastatt zu sehen ist, ist für die gesamte Region zum Ärgernis geworden: Auf der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung sackte am Wochenende plötzlich ein Schienenstück ab. Dort, wo ein Tunnel gebaut wird, senkte sich auf einer Länge von sechs bis acht Metern das Gleis bis zu einem halben Meter ab. Das bedeutet: Nichts geht mehr auf der Schiene zwischen Karlsruhe und Basel. Die Deutsche Bahn (DB) sperrte die Strecke für den Personen- und den Güterverkehr, und diese Sperrung soll mindestens bis zum 26. August andauern. Die DB erklärte aber selbst schon, dass es noch länger dauern könne. Denn das Loch muss erst einmal mit Beton ausgefüllt werden. Zudem ist eine Maschine beim Absacken verschwunden.

Eigentlich ist die Rheintalbahn, also die Verbindung zwischen Karlsruhe und Basel, mit mehr als 250 Zügen täglich eine der am meist befahrenen Strecken in Deutschland. Und sie sollte ausgebaut werden. Ein rund 4300 Meter langer Tunnel mit zwei Röhren soll ab 2022 durch Rastatt führen und dort für weniger Lärm sorgen. Die Erde sackte dort ab, wo der Tunnel die alte Bahnstrecke kreuzt.

Bahn testete bei Bauarbeiten eine neue Methode

Wie es zu dem Vorfall kam, hat die Bahn bisher nicht beantwortet. Sie hat Ende Juli aber bekannt gegeben, dass sie beim Bau des Tunnels in Rastatt eine neue Methode der Vereisung nutzt, die eigentlich eine Stabilisierung des sandigen Untergrundes zur Folge haben sollte. Das Staatsunternehmen ist nun in Kritik geraten. So werfen die Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 der Bahn zu viel Risikobereitschaft vor. «Ich bin der Auffassung, dass man die ganzen Risiken, die man kennen müsste, systematisch unterschätzt und eventuell die Wirksamkeit der Massnahmen dagegen überschätzt hat», sagt Roland Morlock von den Ingenieuren 22. Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert das Krisenmanagement des Konzerns: «Die Bahn hat nicht professionell über den Vorgang informiert.» Linken-Verkehrspolitiker Herbert Behrens sieht aber auch die Politik in der Verantwortung und weist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Verantwortung zu: «Diese Katastrophe für den Güterverkehr geht eindeutig auf das Konto von Herrn Dobrindt. Experimentelle Verfahren erprobt man nicht an einer der wichtigsten Verkehrsachsen Europas.»

Ihr Vorhaben in Rastatt will die Bahn nicht aufgeben. «Wir werden natürlich den Rastatter Tunnel weiterbauen», erklärt der Konzernbevollmächtigte der Bahn für Baden-Württemberg, Sven Hantel. Unklar ist, was der Schaden die Bahn kosten wird. Hantel: «Priorität hat die Stabilisierung und die Wiederherstellung des Betriebs.»

Birgit Baumann

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