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Die Beinahe-Katastrophe von Schänis

SCHÄNIS. Der F/A-18-Absturz in Obwalden weckt Erinnerungen. Am 4. Juli 1996 stürzte in Schänis ein Tiger ab, knapp neben einem Spielplatz. Der Jet bohrte sich tief in das Erdreich – wo er heute noch im Boden steckt. Das Wrack wurde nie gefunden, es konnte gar nicht erst geortet werden.
Magnus Leibundgut
Bergungsarbeiten im Juli 1996. (Bild: ky)

Bergungsarbeiten im Juli 1996. (Bild: ky)

SCHÄNIS. Der F/A-18-Absturz in Obwalden weckt Erinnerungen. Am 4. Juli 1996 stürzte in Schänis ein Tiger ab, knapp neben einem Spielplatz. Der Jet bohrte sich tief in das Erdreich – wo er heute noch im Boden steckt. Das Wrack wurde nie gefunden, es konnte gar nicht erst geortet werden. Bis in sieben Meter Tiefe wurde gebohrt, dann gab man auf.

Schleudersitz ausgelöst

Der Tiger befand sich mit zwei weiteren Maschinen auf dem Rückflug zum Militärflugplatz Dübendorf. Der Pilot der Unglücksmaschine hörte im Funk, dass sich ein weiteres Flugzeug im gleichen Raum befindet. Er will dieses sichten und überwachen. Durch das Manöver dreht er den Jet auf den Rücken. Völlig unerwartet löst dies seinen Schleudersitz aus. Das Flugzeug fliegt ohne Pilot drei Kilometer Richtung Schänis und schlägt unmittelbar hinter einer Siedlung auf. Grosses Glück haben eine Mutter und drei Kinder, die sich just beim Aufschlag des Jets auf dem nahegelegenen Spielplatz Forren befinden. Sie kommen mit dem Schrecken davon. Der leicht verletzte Pilot wird von der Rega nördlich von Weesen gefunden. Die Untersuchung zeigt, dass der Schleudersitz schuld am Absturz ist: Ein Umbau führte dazu, dass zwei Kilogramm Gewicht genügten, um die Auslösegriffe zu entriegeln. Bei einem Rückenflug reichte sogar das Eigengewicht, um den Sitz auszulösen.

«Tigerloch» macht Geschichte

Die Absturzstelle lockte zahlreiche Schaulustige an. Im Volksmund wurde der Ort alsbald «Tigerloch» genannt, ein Sammelfieber brach aus: Zahlreiche Einwohner machten sich auf die Suche nach Wrackteilen. Um das «Tigerloch» entsteht ein Medienrummel, es füllt das Sommerloch vieler Zeitungen. Später wird mit magnetischen Messungen festgestellt, dass der Jet tiefer als zehn Meter liegt. Sondierbohrungen werden in Angriff genommen, um das Kerosin und das Turbinenöl zu orten und den Krater zu sanieren. Heute sind keine Spuren mehr zu sehen vom spektakulären Flugzeugabsturz, der im Sommer 1996 Schänis heimsuchte und wie durch ein Wunder kein Menschenleben gefordert hat.

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