Die Ausraster des Ueli Maurer

"Nei, kä Luscht!", sagte Bundesrat Ueli Maurer, als ihn ein SRF-Journalist am Mittwoch zu seiner Wiederwahl befragen wollte. Es ist nicht das erste Mal, dass der SVP-Politiker vor der Kamera nicht die beste Figur abgibt - einmal beleidigte er einen TV-Mann sogar als "Aff".

Daniel Walt
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"Aff": In dieser Szene beleidigt Bundesrat Ueli Maurer einen Kameramann von Schweizer Fernsehen SRF. (Bild: Screenshot Youtube)

"Aff": In dieser Szene beleidigt Bundesrat Ueli Maurer einen Kameramann von Schweizer Fernsehen SRF. (Bild: Screenshot Youtube)

Am Mittwoch sorgte Bundesrat Ueli Maurer für einen regelrechten Aufruhr im Internet: Nachdem er im Amt bestätigt worden war und sich zur SVP-Basis begeben hatte, wollte ihm Gion-Duri Vincenz, Reporter von Schweizer Fernsehen SRF, eine kurze Stellungnahme entlocken. Der Verteidigungsminister hatte darauf aber keinen Bock - "nei, kä Luscht!", beschied er dem TV-Mann kurz und bündig.



Aus dem Studio gestapft
Dass Ueli Maurer ein Mann ist, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, verwundert nicht. Die Karriere des Hinwilers verlief parallel zum Aufstieg der SVP Schweiz unter deren Vordenker Christoph Blocher. Schon früh lernte Maurer, dass es mehr Medienaufmerksamkeit - und wohl auch Wählerstimmen - bringt, etwas deutsch und deutlich zu sagen, als in trockenen Phrasen zu sprechen. So ist von ihm beispielsweise folgender Satz überliefert: "Solange ich Neger sage, bleibt die Kamera bei mir."

Ueli Maurer redet also gerne Klartext - gleichzeitig bekundet er aber Mühe damit, wenn das jemand ihm gegenüber tut. Das zeigt ein Beispiel aus dem Jahr 2006. Maurer, damals noch Präsident der SVP Schweiz, war als Gesprächsteilnehmer eingeladen im "Sonntalk" auf Tele24, dem damaligen Privatsender von Roger Schawinski. Als der passionierte Provokateur Schawinski SVP-Mann Ueli Maurer im Lauf der Diskussion als "Parteipräsident von Blochers Gnaden" bezeichnete, hatte der Hinwiler genug: "Wenn Sie s Gfühl hend, Sie müesed mich aazünde, chönd Sie die Sendig ohni mich mache!", sagte der sichtlich erboste SVP-Mann - und stapfte vor laufender TV-Kamera aus dem Studio. Dies zum grossen Erstaunen von Schawinski: "Das find ich jetzt aber schwach!", rief er Maurer hinterher.



Fast schon harmlos
Im Verhältnis zwischen SRF und Ueli Maurer ist es nicht erst seit der Bundesratswahl vom Mittwoch nicht zum besten bestellt. Schon mehrere Male kam es zu Konfrontationen zwischen dem SVP-Magistraten und Mitarbeitern des Staatssenders. Im Herbst 2013 beispielsweise verfolgte ein Kameramann Bundesrat Maurer bis ins Parlament. Der SVP-Magistrat schüttelt zunächst verständnislos den Kopf und betitelte den Mann in der Folge deutlich hörbar als "Aff". Maurer verteidigte sich später wie folgt: Die TV-Macher hätten seine Bitte einfach ignoriert, ihn an jenem Morgen nicht zu begleiten.



Auch mit der "Rundschau" des Schweizer Fernsehens hat Ueli Maurer schon einen Strauss ausgefochten - bei der Debatte über den umstrittenen Kauf des Kampfjets Gripen. So bezeichnete Maurer die Medien in einem Streitgespräch mit Moderator Sandro Brotz unter anderem als "bireweich".



"Aff" und "bireweich": Im Vergleich dazu nimmt sich Ueli Maurers fast schon zum Kult gewordenes "Kä Luscht!" vom Mittwoch fast schon harmlos aus...

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