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Kommentar

Auf den Frauen ruht die Hoffnung: Bringen Amherd und Keller-Sutter die Regierung wieder auf Kurs?

Die Wahl von Karin Keller-Sutter und Viola Amherd ist ein starkes Zeichen für die Frauen in diesem Land. Und sie bringt hoffentlich Schwung in eine Landesregierung, der die wichtigsten Geschäfte entglitten sind.
Stefan Schmid
Stefan Schmid, Chefredaktor St.Galler Tagblatt

Stefan Schmid, Chefredaktor St.Galler Tagblatt

Was für ein Tag für die Ostschweiz und die Frauen: Mit der Wilerin Karin Keller-Sutter verfügt unser Landesteil acht Jahre nach dem Rücktritt von Hans-Rudolf Merz wieder über eine eigene Vertretung im Bundesrat. Darauf darf die ganze Region zu Recht stolz sein. Und man darf nach der glanzvollen Wahl unseren Politikern auf kantonaler und Bundesebene ein Kränzchen winden: Im Unterschied zur verpatzten Kampagne von 2010, als Johann Schneider-Ammann gewählt wurde und die Ostschweizer Deputation wie ein wilder Haufen zerstrittener Parteipolitiker auftrat, agierten unsere Volksvertreter dieses Mal viel geschlossener. Darauf lässt sich aufbauen.

Über einen privilegierten Zugang ins Bundesratszimmer zu verfügen, ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Keller-Sutters Türen dürften für die Ostschweizer Regierungen weit offen stehen, man kennt sich, man weiss, wovon man spricht, wenn es um regionale Interessen geht. Gleichzeitig aber sollten wir diesen Aspekt auch nicht überbewerten. Keller-Sutter ist ab sofort dem ganzen Land verpflichtet.

Viola Amherd, links, und Karin Keller-Sutter, freuen sich über ihre Wahlen in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Applaus für Karin Keller-Sutter nach der Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Die beiden neu gewählten Bundesraetinnen Karin Keller Sutter und Viola Amherd verlassen den Saal nach der Vereidigung. (Bild: Keystone)
Die beiden neu gewählten Bundesrätinnen Karin Keller Sutter und Viola Amherd, von rechts, werden beglückwünscht nach der Vereidigung. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, und Viola Amherd, werden zwischen den Ratsweibeln Ivan Della Valentina, links, und Peter Truffer, vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, Mitte, rechts, und Viola Amherd, werden vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller Sutter im Moment ihrer Wahl zur Bundesrätin im ersten Wahlgang während der Bundesratswahlen. (Bild: Keystone)
Die neugewaehlten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter, Mitte links, und Viola Amherd, Mitte rechts, treffen die Mitglieder des Gesamtbundesrats, von links, Bundespräsident Alain Berset, Ueli Maurer, Doris Leuthard, Simonetta Sommaruga, Johann Schneider-Ammann, Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Bundeskanzler Walter Thurnherr. (Bild: Keystone)
Anhaenger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter. (Bild: Keystone)
Anhänger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter, FDP-SG, in den Bundesrat in Bern. (Bild: Keystone)
Anhänger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter, FDP-SG, in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, und Viola Amherd, werden zwischen den Ratsweibeln Ivan Della Valentina, links, und Peter Truffer, vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Anhänger der Urner Regierungsrätin und Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen verfolgen die Bundesratswahlen im Restaurant "Vierte Wand" in Bern. (Bild: Keystone)
Die neugewählten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter, 2. von rechts, und Viola Amherd, 3. von rechts, posieren mit dem Gesamtbundesrat, von links, Bundespräsident Alain Berset, Ueli Maurer, Simonetta Sommaruga, Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Bundeskanzler Walter Thurnherr, nach der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates (Bild: Keystone)
Der unterlegende Bundesratskandidat Hans Wicki, rechts, gratuliert Karin Keller-Sutter, zu ihrer Wahl. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW, 2. von rechts, zwischen Josef Dittli, FDP-UR, rechts, und Erich Ettlin, CVP-OW, während der Ersatzwahl in den Bundesrat . (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter erklärt Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates und wird von Edith Graf-Litscher, SP-TG, umarmt. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, Mitte, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, links, gibt ihre Stimme ab neben Paul Rechsteiner, SP-SG. (Bild: Keystone)
Der unterlegene Bundesratskandidat Hans Wicki erklärt sich den Medien. (Bild: Keystone)
Die unterlegene Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen erklärt sich den Medien nach der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Küsschen für die neue Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Viola Amherd erklärt Annahme der Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates und erklaert Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Viola Amherd, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates mit der weiteren Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter. (Bild: Keystone)
Die neue Bundesrätin Viola Amherd strahlt nach Bekanntgabe ihrer Wahl. (Bild: Keystone)
Viola Amherd, Mitte, freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd im Moment ihrer Wahl zur Bundesrätin im ersten Wahlgang. (Bild: Keystone)
Andrea Gmür, CVP-LU, rechts, macht ein Bild mit ihrem Smartphone von Beat Rieder, CVP-VS, der neuen Bundesrätin Viola Amherd, CVP-VS, und von Konrad Graber, CVP-LU, von links. (Bild: Keystone)
Die neue Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Der Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW, wirft seinen Stimmzettel in die Urne von Ratsweibel Charles Riesen. (Bild: Keystone)
Matthias Aebischer, SP-BE, rechts, diskutiert mit Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW. (Bild: Keystone)
Ida Ganzmann fotografiert ihre Parteikollegin und Bundesratskandidatin Viola Amherd während der Bundesratswahlen. (Bild: Keystone)
Bundesrat Johann Schneider Ammann und Bundesrätin Doris Leuthard verlassen die Vereinigte Bundesversammlung nach der Verabschiedung. (Bild: Keystone)
Die Ratsweibel Nathalie Radelfinger und Ivan Della Valentina machen sich mit den Wahlurnen bereit zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die elektronische Anzeigetafel im Saal zeigt die Tagesordnung mit der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Filippo Lombardi posiert mit der abtretenden Bundesrätin Doris Leuthard, rechts der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Amman. (Bild: Keystone)
Kuhglocken stehen in einem Restaurant in dem Anhänger der Urner Regierungsrätin und Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen die Bundesratswahlen verfolgen. (Bild: Keystone)
Emotionen zum Abschied: Als sie bei der Rede ihrem Mann dankt, verdrückt Bundesrätin Doris Leuthard ein Tränchen. (Bild: Keystone)
Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Mitte, empfängt den Applaus der Vereinigten Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die abtretenden Bundesräte Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann umarmen sich bei der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Vereinigte Bundesversammlung verabschiedet die abtretenden Bundesräte. (Bild: Keystone)
Der diesjährige Bundespräsident Alain Berset, links, und sein Nachfolger Ueli Maurer vor der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann hält seine Abschiedsrede. (Bild: Keystone)
Bundesrätin Doris Leuthard wird von der Vereinigten Bundesversammlung während der Bundesratswahlen verabschiedet. (Bild: Keystone)
Blumen für die abtretenden Bundesräte Doris Leuthard, links, und Johann Schneider-Ammann bei der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, rechts, und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, links, zusammen mit Ständerat Hannes Germann, SVP-SH, Mitte, vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard, Mitte, erhält nach ihrer Abschiedsrede viel Applaus. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, FDP-SG, Mitte, im Gespräch mit Eric Nussbaumer, SP-BL, links, und Christine Bulliard-Marbach, CVP-FR, kurz vor der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, links und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, strahlen vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard lacht zu Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter sitzt auf dem Ständeratssstuhl neben Isidor Baumann, CVP-UR, rechts der zweite Kandidat der FDP, Hans Wicki, FDP-NW, kurz vor Beginn der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, links und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, strahlen vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Der wilde Kandidat für den Bundesrat aus der Romandie, Ivo Stevanato, posiert in der Eingangshalle des Bundeshauses vor der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, FDP-SG, schreitet zum Bundeshaus. (Bild: Keystone)
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Tag der Wahl: Die besten Bilder aus dem Bundeshaus

Diese Bundesratswahlen sind insbesondere auch für die weibliche Hälfte der Schweizer Bevölkerung ein wichtiges Zeichen. Noch nie in der Geschichte der Eidgenossenschaft sind am selben Tag gleich zwei Frauen in das hohe Amt gewählt worden. Entscheidend ist nun, dass es nicht bei dieser – gewiss wichtigen – Symbolik bleibt. Viola Amherd und Karin Keller-Sutter könnten als Vorbilder dienen, sich beruflich stärker zu engagieren. Sehr viele Frauen arbeiten hierzulande in kleinen Teilzeitpensen, die kaum Karrieren ermöglichen. Es ist höchste Zeit, dass in Wirtschaft und Politik mehr Frauen zur Verfügung stehen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Dies bedingt, dass die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessert werden – ein zentrales Anliegen der frisch gewählten Bundesrätinnen.

Zu erwarten ist freilich auch, dass die Landesregierung mit drei Frauen andere Schwerpunkte setzen dürfte als mit einer männlichen Übermacht. Es waren die Bundesrätinnen Leuthard, Sommaruga und Widmer-Schlumpf, welche die Energiewende massgeblich vorangetrieben haben. Und ohne sie wäre es nie so weit gekommen, dass sich die Regierung für systematische Lohnkontrollen ausgesprochen hätte.

Überhaupt: Die Auffrischung für die Landesregierung kommt keinen Moment zu früh. In zahlreichen wichtigen Geschäften machte der Bundesrat zuletzt alles andere als bella figura. Im Verteidigungsdepartement, das seit Jahren mehr schlecht als recht von SVP-Magistraten geführt wird, herrscht eine Selbstbedienungsmentalität, die dringend einer ordnenden Hand bedarf. Sozialminister Alain Berset wiederum hat mit der Altersreform 2020 und Finanzminister Ueli Maurer mit der Unternehmenssteuerreform III vor dem Volk Schiffbruch erlitten. Die Gesundheitskosten steigen ungebremst.

Das sind alles schlechte Nachrichten, die zeigen: Diese Regierung bringt kaum einen Fuss vor den anderen. Eigentlich sind nur die Bundesrätinnen Simonetta Sommaruga mit ihren Asylreformen und Doris Leuthard mit der Energiewende einigermassen erfolgreich unterwegs. Hinzu kommt das bedenklich schlingernde Europadossier. Hier agiert die Regierung ungeschickt. Mit Ausnahme der SVP ist dem politischen Establishment klar, dass es einen Rahmenvertrag mit der EU braucht – zum Vorteil der kleineren Schweiz, die auf Rechtssicherheit im Verhältnis zum wichtigsten Partner angewiesen ist. Doch dem Gremium ist es bisher nicht gelungen, das innenpolitische Terrain für einen Kompromiss mit der EU zu ebnen.

Angesichts dieser dürftigen Leistungsbilanz ruhen auf den Schultern von Keller-Sutter und Amherd grosse Hoffnungen, die Regierung möge den Tritt bald wieder finden. Wie gestaltungsfreudig die Oberwalliserin Amherd zu Werke gehen wird, muss sich weisen. Im Parlament galt sie eher als stille, wenn auch sehr solide Schafferin.

Karin Keller-Sutter hingegen ist zuzutrauen, dass sie im Gremium rasch eine dominante Rolle einnehmen wird. Sie hat im Ständerat bewiesen, dass sie die Feinmechanik der helvetischen Politik versteht. Erfolge stellen sich nur dann ein, wenn man mindestens drei grosse Parteien, die wichtigsten Verbände und die Kantone auf seiner Seite hat und diese Akteure rechtzeitig in die Entscheidungsfindung einbezieht. Wenn es jemandem zuzutrauen ist, diese Allianzen im Interesse des Landes zu schmieden, dann Keller-Sutter. Keine Frage: Wer so unbestritten wie glanzvoll in die Regierung gehievt wird, ist mit hohen Erwartungen konfrontiert. Die Wilerin wird daran gemessen werden, ob es ihr gelingt, diese Verkrustungen aufzubrechen. Es tönt auf jeden Fall viel versprechend, wenn sie ankündigt, sich nicht nur um ihr eigenes Departement kümmern zu wollen. Klar ist: Keller-Sutter ist nicht Regierungschefin, sie ist auf Koalitionen angewiesen. Hinzu kommt die institutionell eher schwache Stellung der helvetischen Regierung.

Doch mit Sommaruga, Berset, Maurer und wohl Amherd hat Keller-Sutter prägnante und erfahrene Köpfe an ihrer Seite, die mithelfen, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Wenn es auch Ignazio Cassis und Guy Parmelin schaffen, einen Gang höher zu schalten, dann können wir der Zukunft unseres Landes einigermassen gelassen entgegenblicken.

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