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Die 1,5-Milliarden-Métro

Die S-Bahn Ceva ist Genfs Jahrhundertprojekt. Obwohl noch Einsprachen hängig sind, bestehen bereits Verträge mit Baukonsortien.
Denise Lachat

Genf. Nicht weniger als 56 Rekurse blockieren den Bau der grenzüberschreitenden Genfer S-Bahn Ceva (Cornavin–Eaux-Vives– Annemasse), doch seit das Volk einen Zusatzkredit gutgeheissen hat, scheint die grösste Hürde aus dem Weg geräumt: 61 Prozent der Stimmenden befürworteten einen kantonalen Zusatzkredit von 113 Millionen Franken zu dem auf 1,5 Milliarden budgetierten Projekt, das zu rund zwei Dritteln von der Eidgenossenschaft finanziert wird.

Tatsächlich fürchteten die Behörden, dass das Volk in dieser ersten Abstimmung zur Ceva das ganze Vorhaben zu Fall bringen könnte.

Das Unbehagen vieler Genfer über die steigende Zahl der Grenzgänger hatte zwar der Protestpartei Mouvement Citoyens Genevois (MCG) bei den Parlamentswahlen eine glatte Verdoppelung ihres Sitzanteils gebracht, ihre Attacken gegen die neue S-Bahn für die Pendler aber stiessen ins Leere.

Zu offensichtlich ist die Dringlichkeit, dieser vom Autoverkehr völlig überlasteten Region endlich eine Alternative zu bieten; immerhin überqueren täglich eine halbe Million Autos die Kantonsgrenze.

Neu ist die Idee einer grenzüberquerenden Bahn nicht, ganz im Gegenteil: Bereits in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts war die Rede davon, Genf mit dem hochsavoyischen Umland, das damals noch zum savoyisch-sardischen Königreich gehörte, zu verbinden und gleichzeitig in eine Alpentransversale bis nach Turin zu integrieren.

Doch als Hochsavoyen 1860 an Frankreich angeschlossen wurde, blieb Genf aussen vor, und die Franzosen planten ihre Verbindung zwischen Lyon und Turin ohne Genf.

Das fehlende Teilstück

Zwar wurde 1884 eine Regionallinie von Annemasse bis in den Vorstadtbahnhof Eaux-Vives gebaut und im Jahr 1912 sogar ein Finanzierungsabkommen zwischen den SBB, dem Bund und dem Kanton Genf unterzeichnet, doch das fehlende Teilstück bis zum Genfer Hauptbahnhof wurde nie gebaut.

So bestehen bis heute zwei separate Zuglinien beidseits des Genfersees, während die Stadt selbst nach wie vor nicht mit dem Zug erschlossen ist. Jahrzehntelang blieb das Projekt in den Schubladen liegen, denn die Genfer trieb eine ganz andere Frage um: die Überquerung der Seebucht – für den motorisierten Verkehr. Erst 2001 reaktivierte die Kantonsregierung unter dem damaligen grünen Verkehrsminister und heutigen Genfer Ständerat Robert Cramer das Vorhaben.

Geplant ist jetzt eine Schnellbahn, die ähnlich einer Metro auf einer 16 Kilometer langen Strecke auch Genfer Stadtquartiere erschliesst. Ein Beispiel für eine der sieben Haltestellen ist das Universitätsspital, das alleine schon rund 3000 Grenzgänger beschäftigt. Ein anderes ist das Quartier La Praille, in dem die Genfer Fussballarena steht und wo mittelfristig Hunderte von neuen Wohnungen geplant sind.

Verträge für 800 Millionen

Genf setzte damit auch ein Zeichen gegenüber dem französischen Grenzland, dem es lange den Rücken gekehrt hat. Wird die Ceva wie von der Regierung erhofft ab diesem Jahr gebaut, könnte sie 2016 in Betrieb genommen werden. Jedenfalls haben die Ausschreibungen trotz der hängigen Rekurse bereits begonnen. Wie die «Tribune de Genève» diese Woche vermeldet, sind Verträge für rund 800 Millionen Franken bereits unter Dach.

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