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Körperliche und geistige Fitness: Deutschschweizer fühlen sich gesünder als Romands und Tessiner

Die erste Studie zur subjektiven Lebensqualität in der Schweiz zeigt, dass zwischen den Bevölkerungsgruppen grosse Unterschiede bestehen. So fühlen sich ältere Personen mental fitter als jüngere Menschen.
Anna Wanner
Spinning-Gruppe trainiert in einem Fitness Center in Genf. Die Romands fühlen sich körperlich weniger fit als die Deutschschweizer (Bild: Salvatore Di Nolfi, Keystone)

Spinning-Gruppe trainiert in einem Fitness Center in Genf. Die Romands fühlen sich körperlich weniger fit als die Deutschschweizer (Bild: Salvatore Di Nolfi, Keystone)

Forscher an der Universität Luzern haben untersucht, wie es um die körperliche und geistige Gesundheit der Bevölkerung steht und dazu 1209 Schweizerinnen und Schweizer befragt. Die gute Nachricht: Die Bevölkerung fühlt sich körperlich fit - zumindest mehr als in anderen Ländern. Das ist nicht selbstverständlich. Die Statistiken über Medikamentenverbrauch, Spitalaufenthalte und Arztbesuche könnten auch zu anderen Schlüssen führen. Hingegen schneiden die Schweizer punkto psychische Gesundheit schlechter ab als die Bevölkerung in vergleichbaren Staaten.

Die grossen Unterschiede

Die Studie liefert eine subjektive Einschätzung der Gesundheit der Bevölkerung, die von vielen verschiedenen Faktoren abhängen kann: Alter, Ausbildung, Arbeitsbedingungen, Geschlecht, Zivilstand oder Migrationshintergrund.

So zeichnen sich auch deutliche Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen ab:

  • Männer und junge Menschen fühlen sich körperlich gesünder als Frauen und ältere Personen
  • Ältere Menschen werten ihre psychische Gesundheit höher als jüngere. Pensionierten Personen, gut ausgebildeten Personen und Erwerbstätigen geht es grundsätzlich psychisch besser
  • Auch regional unterscheidet sich das persönliche Befinden: Die Deutschschweizer (92 von 100 Punkten) fühlen sich psychisch gesünder als die Romands (88 von 100 Punkten) und die Tessiner (91 von 100 Punkten). Dasselbe gilt für die psychische Gesundheit: Deutschschweizer (77 von 100 Punkten), Romands (67 von 100 Punkten) und Tessiner (75 von 100 Punkten)

Der Raucher-Graben

Wieso die Unterschiede auftreten, können die Studienautoren nicht abschliessend beantworten. Für die regionalen Unterschiede liefern sie aber Erklärungsansätze. So trainieren die Deutschschweizer erstens häufiger, zweitens rauchen sie weniger, sind drittens weniger häufig von Arbeitslosigkeit betroffen und viertens besser ausgebildet als Personen vergleichbaren Alters aus dem Tessin oder der Westschweiz.

Der Pensionierungs-Effekt

Für andere Unterschiede verweisen die Autoren auf Studien, etwa zur Pensionierung. Wie hat sich die Gesundheit mit dem Abschied aus dem Arbeitsleben verändert? Während die eigene Pensionierung zu mehr körperlicher Aktivität, einem höheren Alkoholkonsum aber grundsätzlich einem positiven Effekt auf die Gesundheit führt, hat die Pensionierung des Lebenspartners einen negativen Effekt: Zwar zeigt sich ebenfalls ein erhöhter Alkoholkonsum, aber weniger physische Aktivität und deshalb auch der Eindruck, die Gesundheit leide darunter.

Der Aufwand, um diese Erkenntnisse zu sammeln, war gross: Für die Studie haben die Wissenschafter 1209 Personen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren befragt. 58 Prozent der Befragten waren Frauen. Die Forscherinnen erfragten die persönlich empfundene Lebensqualität über einen Fragebogen. Die Studie leitete Gisela Michel, Professorin für Health and Social Behaviour der Universität Luzern.

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