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Ein alter Bekannter: Das ist der Widersacher von Bundesanwalt Lauber

Es herrscht dicke Luft zwischen Bundesanwalt Michael Lauber und Hanspeter Uster, dem Präsidenten der Aufsichtsbehörde. Dieser stichelte schon in der Vergangenheit gegen Lauber.
Lorenz Honegger
Hanspeter Uster im Medienzentrum in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Hanspeter Uster im Medienzentrum in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

So hat sich Bundesanwalt Michael Lauber das bestimmt nicht vorgestellt. Eigentlich hätte ihn das Parlament im Juni glanzvoll wiederwählen sollen. Doch nachdem die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) am Freitag eine Disziplinaruntersuchung im Zusammenhang mit dem «Fifa-Verfahrenskomplex» angekündigt hat, ist seine berufliche Zukunft in der Schwebe. Zum Verhängnis werden könnte ihm ein informelles Treffen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino im Jahr 2017, an das sich beide Beteiligten nicht mehr erinnern wollen.

Lauber kritisierte die Untersuchung der AB-BA am Freitag als «Eingriff in die Unabhängigkeit der Bundesanwaltschaft». Ohne Namen zu nennen, machte er klar, wer in seinen Augen Schuld daran trägt: Hanspeter Uster, ehemaliger Zuger Regierungsrat und seit Januar Präsident der Aufsichtsbehörde. Wer ist der Mann, der den Bundesanwalt den Kopf kosten könnte?

Nicht die erste Konfrontation

Ein Blick ins Zeitungsarchiv zeigt: Es ist nicht das erste Mal, dass Uster und Lauber öffentlich aneinandergeraten. Im Dezember 2011, kurz bevor der heutige Bundesanwalt sein Amt antrat, mokierte sich Hanspeter Uster gegenüber Journalisten der «Zeit» über den medienaffinen Michael Lauber. Dieser hatte nach seiner Wahl in Interviews angekündigt, die Wirtschaftskriminalität noch stärker bekämpfen zu wollen. Uster meinte dazu süffisant: «Das finde ich doch etwas speziell, dass etwas, was eigentlich schon seit Jahren zu den Kernaufgaben der Bundesanwaltschaft gehört, als etwas Neues gilt.» Uster wusste, wovon er spricht: Er hatte fünf Jahre davor im Auftrag des damaligen Justizministers Christoph Blocher eine Expertengruppe geleitet, die sich mit der Reorganisation der Bundesanwaltschaft befasste und die Fokussierung auf Wirtschaftskriminalität empfohlen hatte.

Jetzt also steht Hanspeter Uster als Widersacher von Lauber im öffentlichen Fokus. Neu ist das nicht für ihn. Ab Mitte der 1980er- bis Anfang der 1990er-Jahre war er zunächst als Rechtsanwalt tätig, bevor die Zuger Bevölkerung das 32-jährige Mitglied der Sozialistisch-Grünen Alternative überraschend in die kantonale Exekutive wählte. Dort blieb er während fünfzehn Jahren, auch dann, als er 2001 beim Attentat auf das Zuger Kantonsparlament schwer verletzt wurde.

Nach dem Rückzug aus der Politik fand Uster seine Berufung darin, als Experte für Organisationsanalysen Fälle von Behördenversagen zu untersuchen. Seine Expertise ist gefragt: Behörden von Uri bis Appenzell heuerten ihn zwischen 2010 und 2018 insgesamt 19-mal an, um besonders komplexe Fälle aufzuarbeiten. Uster untersuchte zum Beispiel den Fall um den Bieler Rentner Peter Hans Kneubühl, aber auch den Skandal um einen nachlässigen Thurgauer Tierhalter.

Im Fall Lauber will Uster nun «eine externe Fachperson» beauftragen – so wie er selbst jeweils als Externer zu Rat gezogen wird. Öffentlich äussert er sich zurzeit nicht. Seine Philosophie als Untersuchungsexperte schilderte er aber bereits im Januar gegenüber der NZZ: «Es geht nicht um Inquisition, sondern um die Suche nach Erklärungen.» Was das für Bundesanwalt Michael Lauber bedeutet, der während Jahren mit Uster im Stiftungsrat des Schweizerischen Polizeiinstitutes sass, wird sich weisen.

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