Der Wellenberg soll frei von Atommüll bleiben

Nidwalden unternimmt einen neuen Anlauf, den Wellenberg als Standort für ein Atommülllager zu verhindern. Die Abstimmung dürfte zum klaren Verdikt gegen ein Tiefenlager werden.

Ueli Bachmann
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sarnen. Über zwanzig Jahre haben sie die Nagra-Pläne für ein Atommülllager im Wellenberg bekämpft. In Abstimmungen der Jahre 1988, 1995 und 2002 hat das Nidwaldner Stimmvolk deutlich gemacht, dass ein Atommülllager im Wellenberg nicht in Frage kommt. Nach dem letzten Verdikt schien der Bundesrat ein Einsehen zu haben; in einer Interpellationsantwort hat er versichert, dass der Wellenberg vom Tisch ist.

Neu lanciertes Verfahren

Das ist Schnee von gestern: Weil das Atommüllproblem nicht gelöst ist, hat der Bund das ganze Verfahren mit dem Sachplan geologisches Tiefenlager neu lanciert – und die Spielregeln geändert: Mit dem Kernenergiegesetz 2005 hat die Stimmbevölkerung der ganzen Schweiz und nicht mehr nur jene der Standortkantone zu entscheiden, wohin der Atommüll zu entsorgen ist. Und seit Herbst 2008 wissen die Nidwaldner, dass der Wellenberg trotz des langjährigen Widerstands wieder im Rennen ist.

Der Aufschrei über diese Wiederaufnahme war in Nidwalden riesig. «Wir trauten unseren Ohren nicht», sagte die damalige Baudirektorin Lisbeth Gabriel zur Stimmungslage des sich übertölpelt fühlenden Kantons. Wie vor zwanzig Jahren kommt es bei Veranstaltungen von Bundes- oder Nagra-Vertretern nun wieder zu Demonstrationen. Die meisten Gemeinden verweigern die Beteiligung beim Partizipationsverfahren. Jetzt wird erneut abgestimmt, weil die Stellungnahme der Regierung zu den jüngsten Entwicklungen am Wellenberg dem Volk vorgelegt werden muss: Die Nidwaldner Nagra-Gegner haben dieses Mitentscheidungsrecht bei Atommüllfragen sich 1987 gesichert.

Deutliches Verdikt erwartet

Die Haltung der Nidwaldner Regierung fällt unmissverständlich aus: Sie fordern die Streichung des Wellenbergs aus der Liste. Dabei macht die Regierung, gestützt auf ein von ihr in Auf- trag gegebenes Gutachten, geologisch-sicherheitsrechtliche Aspekte geltend. Am 13. Februar wird an der Urne ein noch deutlicheres Votum gegen ein Atommülllager erwartet als bisher, weil Regierung und bürgerliche Parteien inzwischen mit den linksgrünen Nagra-Gegnern am gleichen Strick ziehen.

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