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Kommentar

Der Wandel bei der Post hat erst gerade begonnen

Mit dem Rücktritt von Verwaltungsrätin Susanne Blank haben die Aufräumarbeiten bei der Post ein vorläufiges Ende gefunden. Trotzdem bleibt der Bundesbetrieb gefordert, um das kollektive Versagen vergessen zu machen. Die Firmenkultur muss sich ändern.
Roger Braun
Roger Braun

Roger Braun

Die Post ist heute nicht mehr dieselbe wie vor einem halben Jahr. Konzernchefin Susanne Ruoff: weg. Die Geschäftsleitung der Postauto AG: weg. Verwaltungsräte, die für die Einhaltung der Regeln zuständig waren: weg. Gehen musste auch die Leiterin der internen Revision; zudem wird die Revisionsgesellschaft ausgewechselt.

Weiter macht die Post die komplizierte Holdingstruktur bei Postautoauto rückgängig, die anfällig auf überhöhte Transferpreisverrechnungen war. Stattdessen soll die Organisation in Zukunft einfach und transparent sein.

Selbst Skeptiker müssen einräumen: Die Post hat entschlossen gehandelt, nachdem publik wurde, dass sie jahrelang Subventionen in der Höhe von rund 100 Millionen erschwindelt hat. Die Aufräumarbeiten waren gründlich und – nachdem sich Post-Präsident Urs Schwaller komplett aus der Aufarbeitung herausgenommen hatte – unabhängig.

Und doch: Über den Berg ist der Bundesbetrieb noch lange nicht. Da ist einerseits das verwaltungsstrafrechtliche Verfahren des Bundesamts für Polizei, das nach wie vor läuft. Und wichtiger noch: die Unternehmenskultur, die sich kaum über Nacht geändert haben dürfte. Über Jahre gab es zahlreiche Mitwisser im Betrieb, welche die betrügerischen Machenschaften gestützt haben – entweder weil sie es nicht störte oder sie es nicht so genau wissen wollten.

Was die Post vor allem braucht, ist eine neue Führungskultur, die nicht auf buchhalterische Gewinnoptimierung setzt, sondern auf gute Dienstleistungen, Gesetzestreue und eine transparente Kommunikation. Nur so wird sich der Bundesbetrieb das Vertrauen, das ihn einst auszeichnete, wieder erarbeiten.

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