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Kommentar

Der Papst hat keine Reformen im Gepäck

Am Donnerstag reist Papst Franziskus von Rom nach Genf. 41000 Tickets waren im Nu vergriffen. Was darf man von seinem Besuch erwarten? Auf viele drängende Fragen hat er keine Antwort.
Bruno Scheible
(Foto: Benjamin Manser)

(Foto: Benjamin Manser)

Papst Franziskus besucht in Genf den Ökumenischen Rat der Kirchen, eine Gemeinschaft von weltweit 348 Mitgliedskirchen, mehrheitlich orthodoxer, anglikanischer und protestantischer Tradition. Nun, sein Bonmot wird er sich verkneifen: «Wenn wir glauben, dass die Theologen sich einmal einig werden, werden wir die Einheit am Tag nach dem Jüngsten Gericht erreichen.»

70 Jahre Ökumenischer Rat, zum Geburtstag werden ermunternde und erfrischende Worte des römischen Gastes zur Einheit der Christen fallen. In einem «ökumenischen Winter», in dem sich viele wähnen, sind sie auch nötig. Denn der Widerstand bleibt gross. Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan, Kardinal Müller, warnt vor einer «weichgespülten Ökumene». Mit der Glaubenslehre dürfe nicht achtlos umgegangen werden. Differenzen in Eucharistie und Amtsverständnis sind unüberbrückbar.

Franziskus hat auch keine anderen Reformen im Gepäck. Zu drängenden Fragen wie die Zulassung wiederverheirateter Paare zu den Sakramenten gibt er weiterhin keine klaren Antworten. Gleichgeschlechtliche Ehen lehnt er ab. An der Lehre der katholischen Welt­kirche, die hierzulande in scharfem Kontrast zur Praxis vieler Gläubigen steht, ändert sich nichts.

Trotzdem wird Franziskus bejubelt. Er hat Charme und Charisma und lacht gern. Sein Ton ist mitfühlender und toleranter als jener seiner Vorgänger. Er steht für Zuwendung statt für Anweisung, besucht Kranke, Versehrte und Obdachlose. In der Calvinstadt feiert er eine Messe. Die 41000 Tickets waren im Nu vergriffen. Das Schweizer Fernsehen überträgt live. Der Papst – auch ein Medienstar!

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