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Der Numerus clausus ist nicht das Problem

Es lässt sich nicht wegdiskutieren: In der Schweiz werden zu wenig Ärzte ausgebildet. An den vier Deutschschweizer Unis haben sich dieses Jahr 3270 Personen für ein Medizinstudium angemeldet, zur Verfügung stehen aber nur 713 Plätze.
Andri Rostetter
Eine Motion aus den Reihen der CVP verlangte die Abschaffung des Numerus clausus für Mediziner. Der Ständerat hat die Forderung abgelehnt. (Seite 5) (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Eine Motion aus den Reihen der CVP verlangte die Abschaffung des Numerus clausus für Mediziner. Der Ständerat hat die Forderung abgelehnt. (Seite 5) (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Es lässt sich nicht wegdiskutieren: In der Schweiz werden zu wenig Ärzte ausgebildet. An den vier Deutschschweizer Unis haben sich dieses Jahr 3270 Personen für ein Medizinstudium angemeldet, zur Verfügung stehen aber nur 713 Plätze. Die Spitäler klagen seit Jahren über zu wenig Schweizer Nachwuchs, fast jeder zweite Assistenzarzt muss mittlerweile im Ausland rekrutiert werden. Gleichzeitig gilt an den Universitäten Zürich, Bern, Basel und Freiburg ein Numerus clausus für das Medizinstudium: Zum Studium zugelassen wird nur, wer den Eignungstest besteht. Aber lässt sich der Mangel an medizinischem Nachwuchs korrigieren, indem man die Zulassungsbeschränkung aufhebt?

Der Numerus clausus orientiert sich an den Kapazitäten der Unis: Zugelassen werden nur so viele, wie auch wirklich Platz haben. Neue Studienplätze lassen sich aber nicht über Nacht aus dem Boden stampfen. Zusätzliche Studenten brauchen zusätzliche Hörsäle, Laborplätze, Dozenten. Das kostet Geld. Folgt man den Zahlen des Bundes, sind es 450 000 Franken pro Student. Wer mehr Ärzte ausbilden will, muss also bei den Budgets der Unis ansetzen.

Entspannen wird sich die Lage aber nicht so schnell. Die Kantone haben derzeit kaum Geld für bildungspolitische Mammutprojekte. Und der Bund hat bereits klargemacht, dass er die Mittel für die medizinischen Fakultäten mindestens bis 2017 nicht erhöhen will. Bei einem Wegfall des Numerus clausus wäre der Effekt vorhersehbar: Die Unis würden die Selektion einfach in den ersten Semestern rigoros verschärfen, damit die Fakultäten wenigstens im Hauptstudium nicht aus allen Nähten platzen.

andri.rostetter@tagblatt.ch

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