"Der Klimaschutz ist nötiger denn je"

Auf ihrer dreitägigen Reise in Chile hat Bundesrätin Doris Leuthard verschiedene Minister getroffen und Erklärungen unterzeichnet. Beide Länder wollen vermehrt auf erneuerbare Energien setzen. Leuthard äussert sich in einem Interview aber auch zum Rechtsrutsch in der Schweiz und die möglichen Folgen für die Klimapolitik.

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Doris Leuthard ist für drei Tage an einem Arbeitsbesuch in Santiago de Chile. (Bild: pd)

Doris Leuthard ist für drei Tage an einem Arbeitsbesuch in Santiago de Chile. (Bild: pd)

Gewisse Verschleisserscheinungen würden sich mit der Zeit im Amt als Bundesrat einstellen: Das sagt Bundesrätin Doris Leuthard auf einer Arbeitsreise nach Santiago de Chile im Interview mit unserer Zeitung. "Zuweilen sinkt auch die Geduld mit den politischen Prozessen." Aber die Freude an ihren spannenden Dossiers habe sie nicht verloren. "Ich bin noch nicht so weit, dass ich sagen kann, meine Arbeit für dieses Land ist gemacht." Vor allem die Energiefragen stehen ihr nahe: "Ich glaube nicht daran, dass der Mensch aus idealistischen Gründen auf Wohlstand verzichtet." Der Klimawandel sei aber nötiger denn je. Die Mobilität müsse deshalb verursachergerecht durch mehr Kostenwahrheit gelenkt werden

Sie werde Eveline Widmer-Schlumpf vermissen im Bundesrat. "Wir haben sehr gut zusammengearbeitet und waren uns in vielen Positionen einig", sagt Leuthard. Nach dem Rechtsrutsch dürfte es für den Bundesrat schwieriger werden, im Nationalrat Kompromisse durchzubringen, so Leuthard weiter. "Ich glaube aber nicht, dass die Sachpolitik des Bundesrates dadurch gefährdet ist. Ich setze darauf, dass es in der FDP und der SVP nicht nur Parteisoldaten gibt, sondern auch Politiker, die eigenständig denken." Auch die Energiewende sieht die Umwelt- und Energieministerin durch den Rechtsrutsch nicht in Gefahr. (red.)

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