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Der Hoffnungsträger aus dem eigenen Nachwuchs

Der FC St. Gallen bindet mit Tranquillo Barnetta den Wunschspieler von Verein und Anhängern bis Sommer 2019 an sich.
Christian Brägger

Jetzt ist es amtlich, die Verträge sind unterschrieben und man könnte meinen, es sei schon Weihnachten. Tranquillo Barnetta kehrt im Winter ablösefrei für zweieinhalb Jahre von Philadelphia Union zu seinem geliebten Stammclub FC St. Gallen zurück. Die Clubführung der Ostschweizer um Sportchef Christian Stübi und Präsident Dölf Früh hat es also tatsächlich geschafft, mit der Verpflichtung Barnettas – er ist ein bekennender Anhänger der Grünweissen – den Traum aller Beteiligten wahr werden zu lassen. Schon seit geraumer Zeit wurde daran gearbeitet, den offensiven Mittelfeldspieler in die Ostschweiz zu locken. Im Sommer 2015 war das Vorhaben noch gescheitert und Barnetta zog ein letztes Auslandabenteuer in den USA bei Philadelphia vor.

Der in Rotmonten geborene Schweizer mit italienischen Wurzeln schloss sich als Elfjähriger dem FC St. Gallen an. Bereits im Alter von 17 Jahren erkämpfte er sich im Sommer 2002, nachdem er kurz davor mit der Schweizer Nationalmannschaft U17-Europameister geworden war, einen Stammplatz im Super-League-Team; der Wirbelwind mit dem Kosenamen «Quillo» eroberte flugs die Herzen der Anhänger. Als er zwei Saisons später nach 52 Pflichtspielen und elf Toren St. Gallen Richtung Leverkusen verliess, konnte niemand ahnen, welch eine Karriere ihm beschieden sein sollte. Barnetta musste den Heimatclub verlassen, weil dieser ihm sportlich nicht geben konnte, was einem mit seinem Talent gebührte.

Bei Leverkusen, wo er die längste und beste Zeit verbrachte und sich sein Weg mit dem Neo-St. Galler Karim Haggui kreuzte, reifte Barnetta zum Spieler hochklassigen Formats. Dieses Format führte ihn zu 75 Länderspielen und an fünf Endrunden mit der Schweizer Nationalmannschaft, für die er zehn Tore erzielte. Viele Jahre lang war er im Nationalteam Fixstarter im offensiven Mittelfeld – letztmals stand er im Oktober 2014 für die Schweiz im Einsatz. Auch wenn es Barnetta in Deutschland zu keinem Titel reichte: Die 260 Bundesligapartien mit Hannover, Leverkusen, Eintracht Frankfurt und Schalke, in denen er 29 Tore erzielte, sind für die insgesamt elf Jahre eine äusserst erfolgreiche Bilanz. Ebenso die elf Auftritte in der Champions League oder die 35 Europa-Cup-Spiele.

Barnetta wollte mit dem richtigen Gefühl heimkehren. Deswegen war ihm im vergangenen Sommer der Wechsel nach Philadelphia so wichtig, obwohl ihm dieser vielerorts Kritik einbrachte; die Anhänger hätten ihn lieber gestern als heute in der Ostschweiz spielen sehen. Doch der St. Galler musste zuerst zurückgewinnen, was er nach all den Jahren im Haifischbecken Bundesliga verloren hatte: ein Stück persönliche Freiheit. Sportlich lief es ihm in dieser Spielzeit in der Major League Soccer mit vier Toren und fünf Assists gut, er war Leistungsträger. Auch dank ihm darf Philadelphia erstmals seit 2011 und zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte mit der Playoff-Teilnahme rechnen.

Doch man darf nicht vergessen: Barnetta steht als 31-Jähriger im Herbst und nicht im Frühling der Karriere. Wie fit ist er wirklich nach den Verletzungen, die er erlitten hat, und nach den zuletzt eineinhalb Jahren in Amerika, wo es um den Ruf der Liga noch immer nicht zum Besten steht? Und überhaupt: Passen Tranquillo Barnetta und Trainer Joe Zinnbauer zusammen?

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