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Nationalrat hat Ärger wegen Helikopterflug

Ein «wunderschöner» Alpenrundflug bringt Claude Béglé in Verlegenheit. Der CVP-Nationalrat liess sich von der Loterie Romande aushalten.
Fabian Fellmann
Claude Béglé. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone)

Claude Béglé. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone)

Claude Béglé und Helikopter: Das ist eine unheilvolle Kombination. Der Waadtländer ist bekannt dafür, dass er viel Staub aufwirbelt und rasch wieder verschwindet. Zum Beispiel bei der Post. Im April 2009 wurde er deren Präsident. Im Januar 2010 war er den Job wieder los. Zu viele Projekte hatte er angezettelt, zu wenige durchgezogen. Seit 2015 wirbelt er nun als CVP-Nationalrat durchs Bundeshaus. Mit 110 Eingaben hat er sich seither zum Vorstoss­könig aufgeschwungen. Und vor allem viel Wind gemacht.

Jetzt ist der 68-Jährige wegen eines Helikopters im wörtlichen Sinn im Gerede. Im April liess er sich über die Walliser Alpen fliegen, während des Skitourenrennens Patrouille des Glaciers. Die Reise mit Übernachtung offerierte die Loterie Romande. Insgesamt ein Dutzend Personen hatte die Westschweizer Lotteriegesellschaft zu einem VIP-Treffen eingeladen. Sie wollte zeigen, welche Projekte sie mit den Lottoerlösen unterstützt – ausgerechnet in der heissen Phase im Streit über das Geldspielgesetz, für das sich die Lotteriegesellschaften starkmachen. Béglé spielt in dem Abstimmungskampf zwar keine wichtige Rolle, aber er ist Mitglied im Pro-Komitee.

Wer ihre Fluggäste im Wallis waren, gibt die «LoRo», wie sie in der Westschweiz genannt wird, nicht bekannt. Claude Béglé räumte als einziger gegenüber RTS freimütig seine Teilnahme ein, schwärmte vom «wunderschönen Erlebnis», das, wie ihm bewusst sei, «nicht sehr günstig ist». Das VIP-Paket verkauften die Organisatoren für 527 Franken. Inklusive Übernachtung belief sich der Wert gemäss Schätzung des «Tages-Anzeigers» auf gegen Tausend Franken. Es wirft die Frage auf, ob die Einladung noch zur Kategorie «umfangreichere Zuwendungen bis zu einem Wert von wenigen hundert Franken» gezählt werden kann, die das Parlament in einem Leitfaden zum Korruptionsstrafrecht als vertretbar erachtet. Béglé sagte zu RTS, er verstehe dank des Alpenfluges besser, was die Loterie Romande mache. Auf Facebook aber teilte er vor allem Handy­videos, welche die Walliser Gletscher ohne schwitzende Tourengänger zeigte.

Mehr als Fragen zur Käuflichkeit treibt Béglé ohnehin die Sorge um, der Helikopterflug könnte zu schädlich für das Klima gewesen sein. Dabei ist er sein ganzes Leben lang durch aller Herren Länder geflogen, jährlich 1 Million Meilen, für das Aussendepartement, das Rote Kreuz, Nestlé, Philipp Morris und Logistikunternehmen sonder Zahl. Heute ist der in zweiter Ehe verheiratete Vater von sechs Kindern als selbstständiger Unternehmer und unermüdlicher Parlamentarier unterwegs. Allein in den letzten vier Wochen hat er sieben verschiedene Länder auf drei Kontinenten bereist. Claude Béglé hebt immer noch ab, so oft er kann.

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