«Der Hauptakteur ist aussen vor»

Entgegen dem allgemeinen Tenor und vor allem auch entgegen seiner Partei sagt der Thurgauer Ständerat Roland Eberle, die Energiestrategie 2050 dürfe noch nicht vors Volk. Bis zur Abstimmungsreife sei noch viel Aufklärungsarbeit nötig.

Marina Winder
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Roland Eberle will mit der Energiestrategie 2050 noch nicht vors Volk. (Bild: ky)

Roland Eberle will mit der Energiestrategie 2050 noch nicht vors Volk. (Bild: ky)

BERN. Der Thurgauer Ständerat Roland Eberle (SVP) fürchtet einen Scherbenhaufen, würde die Energiestrategie 2050 jetzt dem Volk vorgelegt. «Wenn wir den Stimmbürgern diese ungehobelte Fassung vorlegen und sie mit den Kosten konfrontieren, dann ist die Gefahr gross, dass sie Nein stimmen», sagt er. Man habe mit allen möglichen Gruppierungen geredet, nur nicht mit dem Hauptakteur. «Dabei kann die Energiewende nur funktionieren, wenn der Bürger überzeugt ist. Letztlich muss er seinen Energieverbrauch fast um die Hälfte reduzieren.» Von diesem Bewusstsein oder gar einer Bereitschaft spüre er aber noch gar nichts.

Gar nichts hält Roland Eberle von der ökologischen Steuerreform. Vom Prinzip her sei sie zwar richtig, die Schweiz könne diesen Weg aber nicht alleine beschreiten. «Da unsere europäischen Nachbarn noch keine Signale in diese Richtung zeigen, ist dieses Vorhaben eigentlich schon gescheitert. Wenn wir glauben, als Kleinstaat als Winkelried vorausgehen zu können, dann passt eben das Bild des Winkelrieds sehr gut: Wir spiessen uns auf.»

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