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Kanton Solothurn | Der Grünton könnte sich ändern – Kontinuität ist bei den Mitteparteien angesagt

Vor vier Jahren durfte sich im Kanton Solothurn die SVP als Siegerin feiern lassen. Nun wachsen eher andere Bäume in den Himmel.
Balz Bruder
Solothurner lieben die Harmonie: Sinnbildlich die Fahrt an die Fête des Vignerons. Wer schafft es nach Bern? (Bild: Raphael Karpf)

Solothurner lieben die Harmonie: Sinnbildlich die Fahrt an die Fête des Vignerons. Wer schafft es nach Bern? (Bild: Raphael Karpf)

Nur noch sechs statt sieben Nationalräte – und dennoch weiterhin zwei SVP-Vertreter: Das war 2015 die wichtigste Erkenntnis. Damals schlug die Stunde des Schwarzbuben Christian Imark, der Langzeit-Nationalrat Roland Borer um Längen distanzierte und sich hinter dem ebenfalls in der vierten Legislatur stehenden Walter Wobmann etablierte.

Eindrücklich dabei: Die SVP schaffte ihr Husarenstück ohne Listenverbindungspartner. Und kam auf einen Wähleranteil von 28,8 Prozent – ein sattes Plus von 4,5 Prozent gegenüber 2011. Dass die SVP zulegen würde, entsprach zwar den Erwartungen, im schweizweiten Vergleich erstaunte das Ausmass der Zugewinne aber gleichwohl. Hier wie anderswo: Mit einem geschickten Wahlkampf und auf der politischen Welle der damals aktuellen Flüchtlingsströme, segelte die Volkspartei zum Erfolg.

Solothurner Köpfe für Wahlen 2019: Er wurde immer wieder als Bundesratskandidat gehandelt, doch er sagte schliesslich ab: CVP-Ständerat und Jungvater Pirmin Bischof, einer der einflussreichsten Parlamentarier. (Bild: keystone)Solothurner Köpfe für Wahlen 2019: Er wurde immer wieder als Bundesratskandidat gehandelt, doch er sagte schliesslich ab: CVP-Ständerat und Jungvater Pirmin Bischof, einer der einflussreichsten Parlamentarier. (Bild: keystone)
: Hat eine bewegte politische Vita: SP-Ständerat Roberto Zanetti ist alt Nationalrat und (abgewählter) Regierungsrat. Er ist eine Saftwurzel und Intimus von Parteipräsident Levrat. (Bild: michelluethi.ch): Hat eine bewegte politische Vita: SP-Ständerat Roberto Zanetti ist alt Nationalrat und (abgewählter) Regierungsrat. Er ist eine Saftwurzel und Intimus von Parteipräsident Levrat. (Bild: michelluethi.ch)
: Er ist ein Homo politicus, wie er im Buch steht: FDP-Nationalrat Kurt Fluri, Stadtpräsident von Solothurn, Präsident des Städteverbands und Stiftungspräsident Landschaftsschutz. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX): Er ist ein Homo politicus, wie er im Buch steht: FDP-Nationalrat Kurt Fluri, Stadtpräsident von Solothurn, Präsident des Städteverbands und Stiftungspräsident Landschaftsschutz. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
: Er ist der Vorzeige-Jungpolitiker im Kanton und einer, der in Bern um Einfluss ringt: SVP-Nationalrat und Ex-Kantonsratspräsident Christian Imark, einziger Schwarzbube in Bern. (Bild: KEYSTONE): Er ist der Vorzeige-Jungpolitiker im Kanton und einer, der in Bern um Einfluss ringt: SVP-Nationalrat und Ex-Kantonsratspräsident Christian Imark, einziger Schwarzbube in Bern. (Bild: KEYSTONE)
: Er ist Biologe und Naturfan – und überall engagiert, wo es spannend ist: CVP-Nationalrat und Hobby-Musiker Stefan Müller-Altermatt. (Bild: Thomas Ulrich und Tina Dauwalder): Er ist Biologe und Naturfan – und überall engagiert, wo es spannend ist: CVP-Nationalrat und Hobby-Musiker Stefan Müller-Altermatt. (Bild: Thomas Ulrich und Tina Dauwalder)
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Solothurner Köpfe für Wahlen 2019

Nur eine will keine weitere Legislatur

Dass die SVP-Bäume weiter in den Himmel wachsen, ist allerdings kaum anzunehmen. Das hat mit der gegenwärtigen Performance ebenso zu tun wie mit der Stabilität, die sich bei der Solothurner Deputation für den Nationalrat abzeichnet. Grund für diese Annahme ist die Tatsache, dass mit SP-Frau Bea Heim nur ein einziges Parlamentsmitglied nicht wieder antritt. Entsprechend klein dürften die personellen Bewegungen in der Abordnung für die nächste Legislatur sein.

Kein Zufall, konzentriert sich das Interesse auf die parteiinternen Kämpfe. Die Nachfolge von Gesundheitspolitikerin Heim verspricht denn auch einige Spannung. Mit dem ehemaligen Regierungsrat Peter Gomm, früherer Präsident der Sozialdirektorenkonferenz, und der angriffigen Debatterin und Parteipräsidentin Franziska Roth stehen sich bei der
SP zwei profilierte Köpfe gegenüber. Zwei, die sogar dem wieder kandidierenden Gewerkschafter Philipp Hadorn, Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz, ins Gehege kommen könnten.

Überlagert wird diese Ausmarchung von der Frage, wie weit die Klimawelle die Grünen tragen wird. Spitzenkandidat Felix Wettstein hat wohl das Zeug für das nationale Parlament, allerdings ist die grüne Basis personell relativ schmal. Trotzdem: Eine Überraschung liegt im Bereich des Möglichen. Dies umso mehr, als die Grünen mit alt Nationalrätin Brigit Wyss vor zwei Jahren erstmals in ihrer Geschichte einen Sitz in der Solothurner Regierung eroberten.

Kontinuität hingegen ist bei den Mitteparteien angesagt. Zuerst bei den Freisinnigen, die mit dem Solothurner Stadtpräsidenten Kurt Fluri ein absolutes Schwergewicht ins Rennen schicken. Dauerläufer Fluri peilt seine fünfte Legislatur an – niemand zweifelt, dass ihm diese beschieden sein wird. Einziges Problem für die Partei: Befördert hat die Präsenz von Langzeitparlamentarier Fluri den Aufbau von Nachwuchskräften nicht, im Gegenteil. Die im Kanton einst mächtigen Liberalen ringen um frühere Grösse. In diesem Wahlherbst wird sie kaum zurückkommen. Der zweite Sitz ist in weiter Ferne.

Ebenfalls nichts Weltbewegendes ist von der CVP zu vermelden. Sie kann mit
Stefan Müller-Altermatt auf einen originellen Kopf zählen, der sich partei- und fraktionsintern einen guten Namen gemacht hat. Ernsthafte Herausforderer sind für den Präsidenten der Christlichsozialen Vereinigung Schweiz und Vorsitzenden des Netzwerks Schweizer Pärke nicht in Sicht.

Bei der SVP kündigt sich Generationenwechsel an

Bleibt die Wahlsiegerin von 2015: Die beiden Sitze dürfte die SVP locker ins Trockene bringen. Zudem stehen für die beiden Bisherigen – Christian Imark und Walter Wobmann – die Chancen gut, dass es wieder beziehungsweise wohl zum letzten Mal klappt. Konkret: Um den Rechtsaussen Wobmann, Vater der Minarett-Verbotsinitiative und Vorsitzenden des «Egerkinger Komitees», ist es ruhiger geworden. Und parteiintern gibt es Kräfte, die ihn lieber heute als morgen beerben würden. Jedenfalls gelten Gewerbeverbands-Präsident Christian Werner und der Anwalt Rémy Wyssmann zu ernsthaften Anwärtern – mindestens auf den ersten Ersatzplatz.

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