Interview

Viola Amherd: «Das Turnen gehört zur Schweiz»

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Sportministerin Viola Amherd (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Sportministerin Viola Amherd (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Haben Sie selbst Turnerfahrung?

Viola Amherd: Ich habe als Kind selber in der Mädchenriege Glis und später im Verband Katholischer Turnerinnen in Brig geturnt. Ich bin überzeugt, dass mir das Turnen viel gebracht hat. Dazu gehören die Koordinationsfähigkeit, die Ausdauer oder der Ansporn, eine neue Disziplin zu lernen, wie auch der Zusammenhalt in einem Team.

Welche Bedeutung hat das Turnen für die Schweiz?

Heute als Sportministerin sehe ich erst recht, wie wichtig das Turnen ist. Wer turnt, tut etwas für seine Gesundheit und seine Beweglichkeit. Und Turnen hat auch einen sozialen Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist.

Wie meinen Sie das?

Häufig ist es der Turnverein, der zum Beispiel ein Dorf zusammenhält und Identität stiftet. In diesem Sinne spielt der Schweizerische Turnverband eine zentrale Rolle in unserem Land. Er ist mit 3000 Vereinen und rund 380'000 Mitgliedern der grösste polysportive Verband der Schweiz. Diese Zahlen zeigen klar: Turnen gehört zur Schweiz. Es ist vor allem ein Breitensport. Aber auch im Spitzensport haben wir grosse internationale Erfolge, insbesondere im Kunstturnen.

Welche Herausforderungen sehen Sie für die Turnkultur in der Schweiz?

Ohne das meist ehrenamtliche Engagement der Vereine wäre das Turnen in unserem Land nicht derart stark verwurzelt. Wir unterstützen dieses Engagement. Zum Beispiel fördern wir die verschiedenen Turndisziplinen auch bei Jugend+Sport, wo sich insgesamt 630'000 junge Menschen pro Jahr sportlich betätigen und lernen, dass es sich lohnt, etwas für die Gesundheit zu tun. Das ist eine Investition in die Zukunft. Es ist super, was die Kinder und Jugendlichen dort lernen, im Turnen und in den anderen der insgesamt 70 Sportarten. (sel)