Kommentar

Das Licht am Ende des Tunnels ist sichtbar – aber wie hell ist es?

Es ist gut, dass der Bundesrat einen Ausweg aus der Corona-Schockstarre skizziert. Doch bei allen Lichtblicken: Die Schweiz steuert auf eine schwere Rezession zu. 

Sven Altermatt
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Sven Altermatt

Sven Altermatt

Sandra Ardizzone

In diesen düsteren Wochen halten alle danach Ausschau, nun ist es da: Das Licht am Ende des Tunnels, offiziell verkündet vom Bundesrat. Auch wenn der Tunnel selbst noch ein Stück länger geworden ist. Der Bundesrat verlängert die einschneidenden Corona-Massnahmen um eine Woche bis zum 26. April. Gleich danach sollen sie jedoch schrittweise gelockert werden – sofern die Regeln von der Bevölkerung bis auf weiteres eingehalten werden. Auch und erst recht über Ostern.

Die rigiden Massnahmen in den vergangenen Wochen haben gegriffen, die Infektionszahlen sich zumindest stabilisiert. Es ist nur folgerichtig, dass der Bundesrat zumindest einen Ausweg aus der Schockstarre skizziert. Damit verschafft er sich Luft: Besonders bürgerliche Politiker, Wirtschaftsvertreter und Gewerkschafter forderten zuletzt ziemlich laut, die Regeln zu lockern. Hätte der Bundesrat sein Lockerungssignal nicht vorzeitig ausgesendet, wäre der Druck auf ihn massiv gestiegen. In Zeiten, in denen das Land mit Notrecht regiert wird, ist es besonders wichtig, dass die Regierenden ihre Entscheide transparent machen und erläutern; dass sie erklären, was ist und was kommt.

Die Schweiz muss so schnell wie möglich und so langsam wie nötig wieder in die vermeintliche Normalität geführt werden, das steht ausser Frage. Doch bei allen Lichtblicken: Der Bundesrat erwartet eine tiefe Rezession. Die wirtschaftliche Erholung könnte lange auf sich warten lassen. Wie hell das Licht am Ende des Tunnels sein wird, ist eine andere Frage.

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