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«Das Konkordat wird sicher kommen»

Roger Schneeberger, Generalsekretär der Justiz- und Polizeidirektoren, nimmt Stellung zu den Vorwürfen der Fans.
Roger Schneeberger Generalsekretär der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (Bild: Quelle)

Roger Schneeberger Generalsekretär der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (Bild: Quelle)

Herr Schneeberger, was halten Sie von der Beschwerde der Fussballfans?

Roger Schneeberger: Es ist das gute Recht der Fans, eine Beschwerde einzureichen. Für uns ist das auch gar nicht so schlecht. Derzeit gibt es viele unqualifizierte Behauptungen, dass das Konkordat gegen das Grundrecht verstossen solle. Das Bundesgericht kann diese entkräften und Klarheit schaffen.

Haben Sie keine Bedenken, dass das Bundesgericht den Beschwerdeführern Recht gibt?

Schneeberger: Nein. Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) hat das Konkordat von Rechtsspezialisten überprüfen lassen, und wir sind überzeugt, dass wir in keinem Punkt gegen Grundrechte verstossen.

Und falls das verschärfte Konkordat doch als gesetzeswidrig eingestuft wird?

Schneeberger: Wenn das Bundesgericht zum Schluss gelangen sollte, dass eine Bestimmung gegen ein Grundrecht verstösst, würde sie einfach nicht angewendet. Das übrige Konkordat würde weiter gelten.

In Basel und Bern steht ein Beitritt zum Konkordat noch auf der Kippe, in Zürich gibt es ein Referendum. Sollten diese sportlich wichtigen Kantone nicht beitreten, ist das Konkordat am Ende.

Schneeberger: Die Kantone Zürich und Bern sind sehr wichtig, weil dort vier Fussballclubs und fünf Eishockeyclubs der obersten Liga zu Hause sind. Ich bin sicher, dass die beiden Kantone beitreten werden und dass das Hooligan-Konkordat letztlich flächendeckend zustande kommt.

Und wenn das nicht der Fall sein sollte?

Schneeberger: Dann würden Fans aus einem nicht beigetretenen Kanton bei Auswärtsspielen in anderen Kantonen trotzdem gemäss Konkordat behandelt. Die Leidtragenden wären dann die Sicherheitsbehörden einzelner Kantone, weil sie weniger Handhabe gegen gewalttätige Fans hätten. Unschön wäre auch, dass die Anhänger der Clubs unterschiedlich behandelt würden.

Die Gegner des Konkordats werfen der KKJPD vor, auf Repression statt Prävention zu setzen.

Schneeberger: Das stimmt nicht! Das Konkordat enthält nur präventive Massnahmen: Ein Rayonverbot, die Meldepflicht und alkoholfreies Bier bei Hochrisikospielen sind alles Instrumente zur Gewaltprävention. Und in den Empfehlungen zur Umsetzung des Konkordats verlangen wir von jedem Club, dass er ein Fan- und Präventionskonzept vorlegt.

Die Gegner meinen, Sie würden Einzelfälle für Panikmache nutzen. Einen permanenten Kriegszustand beschwören.

Schneeberger: Das ist eine Unterstellung, die weder Hand noch Fuss hat. Wenn sich Fans halbwegs korrekt verhalten, dann merken sie kaum etwas vom Konkordat. Wir sind keine Freunde von «Nulltoleranz». Deshalb gibt es für Tief-, Mittel- und Hochrisikospiele ja unterschiedliche Regimes. Bei den erstgenannten Kategorien empfehlen wir weder Kombitickets noch Alkoholeinschränkungen. Jede verfügte Auflage muss verhältnismässig sein. Es ist jeweils die mildeste Massnahme anzuwenden, die geeignet ist, eine Gefährdung der Zuschauer zu verhindern.

Interview: René Rödiger

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