«Das ist eine reine PR-Übung»

Rudolf Strahm, der Arbeitgeberverband möchte das Potenzial älterer Arbeitnehmer besser nutzen. Ist das ein Schritt in die richtige Richtung? Das ist im Moment eine reine PR-Übung. Der Arbeitgeberverband schlägt keine konkreten Massnahmen vor und begnügt sich mit Managementgeschwurbel.

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Rudolf Strahm Ökonom, ehemaliger Preisüberwacher und alt Nationalrat (SP)

Rudolf Strahm Ökonom, ehemaliger Preisüberwacher und alt Nationalrat (SP)

Rudolf Strahm, der Arbeitgeberverband möchte das Potenzial älterer Arbeitnehmer besser nutzen. Ist das ein Schritt in die richtige Richtung?

Das ist im Moment eine reine PR-Übung. Der Arbeitgeberverband schlägt keine konkreten Massnahmen vor und begnügt sich mit Managementgeschwurbel.

Immerhin werden konkrete Beispiele von flexiblen Arbeitszeitmodellen präsentiert, die in einzelnen Unternehmen zur Anwendung kommen.

Das sind interessante Modelle. Aber es sind nur einzelne Beispiele ohne Breitenwirkung. Der Arbeitgeberverband überlässt es nach wie vor den einzelnen Firmen, ob sie Massnahmen ergreifen oder nicht. Das ist keine vertrauensbildende Politik.

Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt spricht sich für einen Inländervorrang aus, bei dem zwischen den Branchen differenziert wird. Was halten Sie davon?

Ich begrüsse das sehr. Immer mehr Firmen rekrutieren heute Arbeitskräfte im Ausland, weil das leichter ist. Sie bezahlen 8000 bis 10 000 Franken für eine Vermittlung. Dafür sind die Lohnkosten danach 1000 Franken pro Monat tiefer. Ausserdem ersparen sie sich den Aufwand, selber in der Schweiz nach Angestellten zu suchen. Davon betroffen sind nicht nur, aber besonders ältere Arbeitnehmer. Ein Inländervorrang ist die einzige wirksame Massnahme, hier Abhilfe zu schaffen. (lkz)