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Das blaue Gold der Valser

VALS. Als vor sechs Jahren die Valser Mineralquellen an Coca-Cola verkauft wurden, war der Schock im Bergdorf gross. Heute ist der Weltkonzern ein wichtiger Arbeitgeber, der Investitionen tätigt und an die Zukunft des Valser Wassers glaubt.
Markus Rohner
Suche nach dem «blauen Gold»: Urs Länzlinger, 57, Geschäftsführer der Valser Mineralquellen. (Bild: Daniel Ammann)

Suche nach dem «blauen Gold»: Urs Länzlinger, 57, Geschäftsführer der Valser Mineralquellen. (Bild: Daniel Ammann)

In Vals geht es an fast jedem Ort bergauf oder bergab. Der Weg zur Hüschi-Quelle ist steil und eng. Mit schrillen Pfiffen machen die Murmeltiere auf sich aufmerksam, bevor sie sich endgültig für den Winterschlaf ins Loch zurückziehen. Ein ganz anderes, elf Meter tiefes und drei Meter breites Loch tut sich zurzeit in unmittelbarer Nähe der Murmeltiere auf. «Was macht denn ihr da?», soll schon manch neugieriger Wanderer die Arbeiter auf der Baustelle gefragt haben. «Nach einem Goldschatz suchen», geben die Männer zur Antwort.

So falsch ist das nicht. Was bei der Hüschi-Quelle auf 1805 Meter über Meer gesucht wird, ist sauberstes Bündner Bergwasser – das «blaue Gold» der Valser.

Amerikaner in Vals

Seit drei Jahren ist der Weltkonzern Coca-Cola beziehungsweise seine Tochter, die Valser Mineralquellen AG, in Vals auf der Suche nach einer mineralienarmen Quelle. Im letzten Sommer wurden die Amerikaner fündig. «Es war kein leichtes Unterfangen. Geologen können einem nie mit Sicherheit sagen, wo genau eine Quelle zu fassen ist», sagt Urs Länzlinger, 57, Geschäftsführer der Valser Mineralquellen. Seit ein paar Wochen wird im Berg gebuddelt. Für vier Millionen Franken werden ein Quellhaus und eine 1500 Meter lange Wasserleitung gebaut, und gleichzeitig wurde in diesem Herbst ein neues Tanklager in Betrieb genommen.

Sprudelnde (Geld-)Quelle

Mit der Hüschi-Quelle gewinnt das «blaue Gold» in der 1000-Seelen-Gemeinde noch mehr an wirtschaftlicher Bedeutung. Die Kraftwerke Zervreila füllen seit Jahren mit Wasserzinsen die Gemeindekasse, mit dem Thermalbad von Peter Zumthor verfügt Vals über einen international bekannten Anziehungspunkt. «Als Arbeitgeber und Steuerzahler, aber auch als Werbeträger sind die Mineralquellen für die Gemeinde von grosser Bedeutung», sagt Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz.

Als die Gemeinde im Frühjahr mit der Mineralquelle den Konzessionsvertrag aushandelte, erwiesen sich die Valser als clevere Bergler. «Am Schluss haben wir eine Lösung gefunden, die allen dienlich ist», sagt Gemeindepräsidentin Walker-Tönz. Pro verkauften Liter des neuen Mineralwassers fliesst ein halber Rappen in die Gemeindekasse. Bis anhin waren des 0,2 Rappen.

Harte Valser Köpfe

Den Schock, den viele Valser vor sechs Jahren hatten, als der Berner Donald Hess «sein» Valser Wasser nach mehr als 40 Jahren an den Coca-Cola-Konzern verkaufte, ist überwunden. Ob nun Nestlé, Coca-Cola oder ein anderer Multi zugegriffen habe, spiele keine Rolle, sagen die Valser heute. «Hauptsache ist immer noch, die Mineralquellen firmieren unter der bekannten Marke Vals und können somit ihre Eigenständigkeit beweisen», sagt die Gemeindepräsidentin.

Eigenständigkeit behaupten

Nur den weltberühmten Schriftzug des Firmenbesitzers wollen die Valser im Umfeld ihrer Mineralquellen und auf den Valser Flaschen nicht sehen. Der knallrote Coca-Cola-Fussballkasten im Besucherzentrum der Mineralquelle, ein Relikt aus verflossenen Euro-08-Zeiten, steht daher wie ein Fremdkörper in der grünen Valser Landschaft.

Wer allerdings die Valser mit ihren harten Köpfen kennt, wird nicht überrascht sein, wenn auch dieser Werbeträger bald einmal aus ihrem Blickwinkel verschwinden wird. «Eigenständigkeit und Unabhängigkeit sind uns Valsern halt wichtig», betont die Gemeindepräsidentin.

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