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Dank tieferer PK-Kosten weniger Alterselend

Die jüngste Volksinitiative der Schweiz fordert altersunabhängige Beitragssätze. In der neuen Woche geht sie schweizweit an den Start.
Thomas Bornhauser
Ein älteres Paar geniesst den lauen Juninachmittag auf einer Parkbank am Bürkliplatz in Zürich. (Gaetan Bally/Keystone)


Ein älteres Paar geniesst den lauen Juninachmittag auf einer Parkbank am Bürkliplatz in Zürich. (Gaetan Bally/Keystone)

Es hat lange gedauert. Aber jetzt ist es so weit: Am Dienstag wird die Volksinitiative «Berufliche Vorsorge – Arbeit statt Armut» im Bundesblatt publiziert. Damit beginnt die offizielle Sammelfrist. Diese dauert bis zum 1. Januar 2020 und erfordert 100 000 beglaubigte Unterschriften.

Die Initianten wollen die ­Sozialversicherungsbeiträge für ältere Arbeitnehmer reduzieren und so deren Attraktivität für Arbeitgeber steigern. Heute gilt für 55–64/65-jährige Arbeit­nehmende ein Beitragssatz von 18 Prozent, während es in der jüngsten Alterskategorie der 25–34-Jährigen nur 7 Prozent sind. Gemäss Volksinitiative sollen die Beitragssätze künftig für das gesamte Arbeitsleben identisch sein. Gleichzeitig soll die Beitragspflicht neu bereits ab dem 17. Altersjahr gelten. Zu ­diesem Zweck soll die Bundesverfassung in ­Artikel 113 ergänzt werden.

Viel Goodwill, aber wenig aktive Unterstützung

Hinter der Volksinitiative steht der Verein Workfair 50+, der sich vorab in Basel um die Wiedereingliederung von älteren Arbeitnehmern kümmert. Als Komitee-Sprecher fungiert (das SP-Mitglied) Pierre Bayerdörfer, der indes von SP-Lastigkeit nichts wissen will. Das 11-köpfige Initiativ-Komitee sei «politisch neutral». Das Komitee umfasst elf Mitglieder, darunter drei Vertreter aus der Westschweiz sowie einen aus dem Emmental.

Bei der Vorbereitung der Initiative war ursprünglich auch der ebenfalls für ältere Arbeitnehmer engagierte Verein L.A.R.S 45plus mit von der Partie. Doch dann kam es offenbar zum Zwist, auch wenn jetzt beide Seiten verbal um Deeskalation bemüht sind. Bayerdörfer sagt, man habe sich politisch gegen rechts abgrenzen wollen. André Ziltener von L.A.R.S.45plus hingegen gibt zu verstehen, dass es in der konkreten Zusammenarbeit gehapert habe. Zwar unterstütze man das Ziel tieferer Sozialversicherungskosten für ältere Arbeitnehmende. Bei der Unterschriftensammlung indes werde man nicht aktiv mitmachen.

Ähnlich tönt es bei der Geschäftsführerin des Verbandes Avenier50plus Schweiz, Heidi Joos. Auch sie sagt, ihre Organisation stehe inhaltlich hinter der Forderung der Volksinitiative. Sie werde sich dafür einsetzen, dass die Mitglieder ihres Verbandes die Initiative unterschreiben. Mehr aber nicht. Denn sie wolle die Ressourcen ihrer Organisation nicht überstrapazieren. Dies umso weniger, als der Zeitpunkt schlecht sei. Denn: «Die Arbeitslosigkeit sinkt. Und das sind nicht gute Zeiten für derartige sozialpolitische Forderungen.»

Initiativ-Sprecher Bayerdörfer aber stellt anderes in den ­Fokus. Gemäss Bundesstatistik hätten im Jahr 2016 nur knapp 14 Prozent der über 50-jährigen Ausgesteuerten den Schritt zurück in den Arbeitsmarkt geschafft. Handlungsbedarf sei also offensichtlich. Da sei Entlastung bei den Sozialversicherungskosten für potenzielle Arbeitgeber ein massgeblicher Anreiz. Mit «Da sind wir im Moment relativ dünn aufgestellt» beantwortet er die Frage nach den finanziellen Mitteln. Umso mehr zählt er auf die mobilisierende Kraft konkreter Aktionen. Dass es auch mit kleinem Budget gehe, habe im Übrigen die Kuhhorn-Initiative gezeigt. Zudem wolle man neue Möglichkeiten nutzen, wie sie etwa von der Non-Profit-Plattform «We collect» schon erfolgreich eingesetzt worden seien.

Und die fehlende politische Prominenz im Komitee? «Auch das wird kommen», macht Bayerdörfer auf Zuversicht, «wenn das Ganze erst mal richtig ins Rollen gekommen ist.»

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