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DANIEL STEFFEN: Der Vater des kürzesten Linienflugs der Welt tritt ab

Zwei Jahre lang hat der Geschäftsführer des Airports St. Gallen-Altenrhein diesen medienwirksam inszeniert. Nun hat er gekündigt und wurde freigestellt.

Nach zwei Jahren ist Schluss: Der Erfinder des kürzesten internationalen Linienflugs der Welt hat gekündigt. Als Geschäftsführer der People’s Air Group hat er sich und den Airport Altenrhein mit solchen und anderen Angeboten immer wieder in die Schlagzeilen gehievt. Medienwirksam plante und inszenierte der Luftfahrtexperte aufsehenerregende Aktionen wie den achtminütigen Flug von Altenrhein nach Friedrichshafen. Über den Hype um den «Überseeflug», der die beiden 18,82 Kilometer entfernten Orte verbindet, wurde sogar in den USA berichtet.

Der Senkrechtstart war nicht von langer Dauer. Bereits ein halbes Jahr später musste die Verbindung Altenrhein–Friedrichshafen–Köln eingestellt werden. Der Markt habe sich nicht wie erhofft entwickelt. Etwas länger hielt sich die PR-Aktion «Du machsch de Pris!». Passagiere auf der Strecke Altenrhein–Wien durften den Preis ihres Flug­tickets selber bestimmen. «Wir vertrauen unseren Kunden», hatte Steffen noch bei der Einführung des Angebots gesagt. Dafür erhielt die Fluglinie von einem Boulevardblatt den Stempel «Die verrückteste Airline der Schweiz» aufgedrückt. Im ersten Monat bescherte die aussergewöhnliche Aktion der People’s Viennaline sogar einen Passagierrekord. Das Angebot wurde dieses Jahr eingestellt, als Passagiere begannen, das Angebot schamlos auszunutzen.

Weniger medienwirksam kommt nun die Meldung über Steffens Kündigung. Er habe den Auftrag erfüllt, sagt Steffen im Interview mit Radio SRF. «Meine Ziele waren, den Bekanntheitsgrad des Airports sowie der Airline zu steigern.» Er zieht eine positive Bilanz. Die beiden eingangs erwähnten Angebote «Der kürzeste internationale Linienflug der Welt» und «Du machsch de Pris!» wertet er trotz ihrer Absetzung nicht als Misserfolge. Vielmehr seien diese als PR-Aktionen «absolut gelungen». Mit der Kündigung ist seine sofortige Freistellung einhergegangen, wie das bei Kaderstellen heutzutage üblich sei. Erst im Juli wurde er als Geschäftsführer von Alleinaktionär Markus Kopf abgelöst. Zuletzt arbeitete er als Strategiechef der People’s Air Group. Von einer Zurückstufung will der Bündner aber nicht sprechen. Vielmehr habe man entschieden, die strategische Ebene und das Tagesgeschäft zu trennen. Schliesslich seien aber unterschiedliche Ansichten über die weitere Strategie des Unternehmens für die Trennung ausschlaggebend gewesen. Auf die Art der Differenzen wollte Steffen nicht näher eingehen.

Steffen und sein vorherigerArbeitgeber hatten bei ihrer Trennung ebenfalls Schweigen gewahrt. Bevor er Airportdirektor in St. Gallen-Altenrhein wurde, war Steffen Knall auf Fall als Kommunikationschef des Flughafens Bern abgetreten. Er hatte diese Funktion während insgesamt sieben Jahren ausgeübt. Schon damals machte man «unterschiedliche Auffassungen» für den Schlussstrich verantwortlich.

Simon Roth

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