Wie entwickeln sich die kantonalen und nationalen Zahlen? +++ Flacht die Kurve ab? +++ Was ist noch erlaubt?

In der Schweiz wächst die Zahl der Covid-19-Fälle täglich um rund 1000 an. Mehrere hundert mit dem Coronavirus infizierte Menschen sind gestorben. Weltweit sind mittlerweile mehr als eine Million bestätigte Fälle bekannt. Die aktuellsten Zahlen zur Coronakrise finden Sie hier.

Aktualisiert
Hören
Drucken
Teilen

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Fehlt Ihnen eine Information? Stimmt etwas nicht? Haben Sie eine Frage? Melden Sie sich bei uns: community@chmedia.ch

Hier finden Sie den Ticker mit allen News zu Corona aus der Schweiz.

Regionale Information finden Sie hier:

Die aktuellsten Zahlen

Total Todesfälle in der Schweiz

Die Hälfte der Todesopfer in der Schweiz war 83 Jahre alt oder älter, wie aus einer Statistik des Bundesamts für Gesundheit hervorgeht. Rund zwei Drittel waren Männer, ein Drittel Frauen. Von den verstorbenen Personen für die das BAG über vollständige Daten verfügt, litten 97 Prozent an mindestens einer Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck (66% der verstorbenen Personen), Herz-Kreislauferkrankungen (55%) und Diabetes (28%).

Der Stand in den Kantonen (Klicken Sie auf einen Kanton, um mehr Details zu erfahren)

Anzahl Menschen in Spitälern und auf Intensivstationen

Von jenen Personen, die im Spital waren oder sind und für die das BAG über vollständige Daten verfügt, hatten 88 Prozent mindestens eine relevante Vorerkrankung, 12 Prozent keine. Die drei am häufigsten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck (53% der hospitalisierten Personen), Herz-Kreislauferkrankungen (30%) und Diabetes (24%). Der Altersmedian der Hospitalisierten betrug 71 Jahre. 61 Prozent der hospitalisierten Personen waren Männer und 39 Prozent Frauen.

Fallzahlen pro 100'000 Einwohner in den Kantonen (fahren Sie über die Linien, um zu erfahren, um welchen Kanton es sich handelt)

Flacht die Kurve ab?

Die Covid-19-Fälle nehmen nach wie vor von Tag zu Tag in grosser Zahl zu, allerdings hat sich diese Zahl stabilisiert. Rund 1000 neue Fälle werden pro Tag bestätigt. Das BAG geht davon aus, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht ist. Jedoch spricht die Behörde von einer Stabilisierung und davon, dass die schlimmsten Prognosen bisher nicht eingetroffen seien.

Wie sich die Fallzahlen in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern entwickeln

Die Grafik unten zeigt die täglichen neuen Fälle pro Land. Die fette Linie ist die Schweiz. Fahren Sie über die Linien, um zu erfahren welches Land welcher Linie entspricht. Das Abflachen der Linie illustriert die Stabilisierung der Situation in der Schweiz, die früher eingetreten ist als in anderen Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich oder dem Extremfall USA.

Bemerkungen zu den Zahlen

Die Zahl der positiven Tests auf das Coronavirus sind aus mehreren Gründen umstritten: Es werden nicht alle Verdachtsfälle getestet, unter anderem weil zeitweise die Tests knapp waren. Zudem dauert es eine Weile, bis das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Meldungen der Labors erhält und sie erfassen kann. Das führt zu einer Verzögerung. Die Zahl der Todesfälle gibt einen besseren Überblick über die Lage, ist aber noch verzögerter.

Das BAG publiziert jeweils am Mittag eine Reihe von Zahlen zur Situation in der Schweiz. Die Kantone veröffentlichen auch ihre eigenen Zahlen – in der Regel vor dem BAG. Eine Gruppe um das Statistische Amt des Kantons Zürich hat eine Sammlung dieser Daten gestartet. Zahlen zu Regionen oder Gemeinden liegen nicht vor.

Die internationale Situation

Das Virus breitet sich derzeit in den USA am schnellsten aus. In Europa sind Italien und Spanien am stärksten betroffen. In beiden Ländern sind nach offiziellen Angaben mehr Menschen gestorben als in China, wo sich das Virus zuerst ausbreitete. Die Schweiz zählt aufgrund der Pro-Kopf-Fallzahl zu den am meisten betroffenen Ländern.

Die aktuellsten Empfehlungen der Behörden

Das Bundesamt für Gesundheit fordert auf:

  • Abstand halten – zum Beispiel ältere Menschen durch genügend Abstand schützen, beim Anstehen Abstand halten, bei Sitzungen Abstand halten.
  • Gründlich Hände waschen
  • Hände schütteln vermeiden
  • In Papiertaschentuch oder Armbeuge husten und niesen
  • Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation

Die Infoline des Bundes zum Corona-Virus +41 58 463 00 00

Was verboten ist und was erlaubt ist

Der Bundesrat hat am 16. März eine «ausserordentliche Lage» ausgerufen. Das bedeutet, dass der Bundesrat nun Beschlüsse ohne Zustimmung von Parlament und Kantonen erlassen kann. Das hat er auch getan, indem er den Unterricht an den Schulen aussetzte, Läden und Restaurants bis zum 19. April schloss, Grenzkontrollen einführte und Teile der Armee aufbot. Die Kantone haben ergänzende Regeln erlassen.

Was hat geschlossen?

Geschlossenes McDonald's-Restaurant in Collombey.

Geschlossenes McDonald's-Restaurant in Collombey.

Keystone-SDA

Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete sind geschlossen. Ebenso sind Betriebe zu, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeursalons oder Kosmetikstudios.

Was bleibt offen?

Lebensmittelläden, Take-Aways, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten und Apotheken, Drogerien, ebenso Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen. Spitäler, Kliniken und Arztpraxen bleiben geöffnet, müssen aber auf nicht dringende Eingriffe und Therapien verzichten. Offen sind auch Kindertagesstätte. Die Behörden empfehlen aber, dass Eltern ihre Kinder nach Möglichkeit zuhause betreuen. 

Darf ich jetzt noch aus dem Haus gehen?

Für alle anderen gilt die Botschaft: Wer nicht raus muss, soll das auch nicht tun. Ganz besonders angesprochen sind Kranke und Personen ab 65 Jahren sowie Menschen, die insbesondere folgende Erkrankungen aufweisen: Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Krebs sowie Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen.

Uri hatte vorübergehend ein Ausgehverbot für Menschen ab 65 Jahren verhängt. Weil der Bund diese Massnahme als unzulässig wertete, zog der Kanton sie zurück

Dürfen meine Kinder noch auf dem Spielplatz spielen?

Weil Kinder nicht als Treiber des Corona-Virus gelten, dürfen sie weiterhin miteinander spielen. Anders als in einigen Nachbarländern sind unsere Spielplätze deshalb geöffnet. Wichtig ist aber, dass die Eltern zueinander Abstand halten. Zudem müssen sich Eltern oder andere Personen, die zu Kindern engen Kontakt pflegen, bewusst sein, dass sie Träger der Viren sein könnten. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, dass nicht mehr als fünf Kinder zusammenspielen sollen.

Welche Aktivitäten sind draussen noch erlaubt? 

Ob Spazieren, Wandern, Velofahren oder Joggen: Sie dürfen noch immer an die frische Luft. Doch tun Sie dies alleine. Als Ausnahme gelten lediglich Mitbewohner, Partner sowie die Familie, mit der man sowieso zusammen lebt. Wenn man per Zufall den Nachbar sieht, kann man sich begrüssen und einen kurzen Schwatz halten. Doch es gilt die Devise: Halten Sie jederzeit Abstand von zwei Metern.

Und: Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen sind ab dem 21. März verboten. Es droht eine Ordnungsbusse.

Wie ist es mit Tennis und Fussball?

Derzeit ist jede Partner- und Teamsportart verboten. Das gilt nicht nur für Ballsportarten wie Fussball, Unihockey oder Volleyball, sondern auch für Tennis oder Badminton. Selbst das Frisbee-Werfen sollte derzeit nicht gemacht werden, da sich die Viren auch so übertragen lassen. Die einzige Ausnahme ist auch hier: Wenn man den Sport mit Personen betreibt, mit denen man sowieso schon zusammen wohnt.

Sind private Nachtessen noch erlaubt?

Verboten sind private Nachtessen in den eigenen vier Wänden nicht. Doch es wird dringend davon abgeraten. Während eines Essens kann der Abstand von zwei Metern kaum eingehalten werden. Auch innerhalb der Familien gilt, dass unnötige Besuche nicht getätigt werden sollen.

Darf ich draussen Freunde treffen?

Selbst wenn man sich an der frischen Luft trifft und sich stets an die vom BAG vorgegebenen Verhaltensregeln hält, ist dies nicht empfehlenswert. Verboten sind ab dem 21. März Menschenansammlungen mit mehr als fünf Personen. Es droht eine Busse.

Städte haben Plätze und Flaniermeilen gesperrt, so beispielsweise Zürich. Weil sich Leute dort nicht an die Distanzregeln gehalten haben, sind beispielsweise die Seeuferanlagen inklusive Utoquai gesperrt. Auswärtige werden aufgefordert, nicht in die Grossstadt zu kommen.

Polizeipatrouille in Lausanne in Zeiten des Corona-Virus: Polizisten greifen ein, wenn sich zu viele Menschen ansammeln.

Polizeipatrouille in Lausanne in Zeiten des Corona-Virus: Polizisten greifen ein, wenn sich zu viele Menschen ansammeln.

Keystone-SDA

Warum ist es so wichtig, dass ich mich, auch wenn ich nicht zur Risikogruppe gehöre, an die Massnahmen halte?

Es geht darum, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, damit die medizinischen Einrichtungen nicht überlastet werden. Nur so kann eine gesundheitliche Versorgung der gesamten Bevölkerung auch im Notfall gewährleistet bleiben. Die Spitäler sind bereits am Anschlag, besonders im Tessin. Nur so kann eine Katastrophe wie in Italien noch verhindert werden.

Ist es jetzt noch möglich zu zügeln?

Ja. Das hat der Bundesrat im Grundsatz entschieden. Allerdings müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) eingehalten werden – also Hygienevorschriften und Social Distancing. Zügelfirmen hätten den Spezialisten des Bundes versichert, dass es möglich sei, diese Vorschriften einzuhalten, sagte der zuständige Bundesrat Guy Parmelin. Möglicherweise dauere der Umzug länger. Da der 31. März vielerorts offizieller Zügeltermin ist, wird mit rund 50'000 Umzügen gerechnet.

Fahren jetzt noch Züge?

Seit dem 19. März gilt ein Spezialfahrplan mit stark reduziertem Angebot. Die Fernverkehrszüge fahren generell im Stunden- statt Halbstundentakt, grenzüberschreitender Verkehr wird stark eingeschränkt. Die Transportunternehmen bitten Reisende, sich frühzeitig über den Fahrplan zu informieren. Die SBB berichten von einem Nachfragerückgang von bis zu 80 Prozent.

Das GA kann übrigens hinterlegt werden.

Leere am Bahnhof Zürich: Es fahren bis zu 80 Prozent weniger Leute in den Zügen.

Leere am Bahnhof Zürich: Es fahren bis zu 80 Prozent weniger Leute in den Zügen.

Keystone-SDA

Kann man über Ostern in die Ferienwohnung ins Tessin reisen?

Der Bundesrat ruft die Bevölkerung auf, angesichts der schwierigen Situation vor Ort nicht ins Tessin zu reisen. Er hoffe, dass es nicht zu einem Osterstau am Gotthard komme, sagte der Gesundheitsminister Alain Berset. Das Tessin ist der am stärksten betroffene Kanton der Coronakrise.

Weshalb bleiben Kitas im Gegensatz zu Schulen offen?

Das Corona-Virus werde in erster Linie von Erwachsenen übertragen, betonte BAG-Vertreter Daniel Koch. Im Gegensatz zur obligatorischen Schule sei es den Eltern im Falle der Kitas grundsätzlich möglich, ihr Kind freiwillig zuhause zu behalten. Für jene Kinder im schulpflichtigen Alter, bei denen die Eltern keine andere Betreuungsmöglichkeit organisieren können, müssen Kantone ein Betreuungsangebot zur Verfügung zu stellen.

Drohen Lieferengpässe bei Masken und Lebensmitteln?

Bundesrat und Schweizer Detailhändler betonen: Es drohen keinerlei Lieferengpässe bei Gütern des täglichen Bedarfs. Auch in der Schweiz spitzt sich aber die Versorgungslage mit Schutzmaterial wie Gesichtsmasken und Handschuhen zu. Der Bund versucht, auf der ganzen Welt so viel wie möglich zusammenzukaufen - wie andere Länder auch. Eine vorübergehende Blockade von Gütern in der EU konnte am Freitag gelöst werden.

Wo und weshalb hilft die Armee?

Es läuft die «grösste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg».

Es läuft die «grösste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg».

Keystone-SDA

Die Armee wird für sanitätsdienstliche Leistungen aufgeboten: Pflege, Patientenüberwachung, Transporte, Spital-Logistik. Die Armee wird zudem etwa beim Aufbau von improvisierter Infrastruktur helfen. Und zur Entlastung der Kantonspolizeikorps (Botschaftsschutz) und dem Grenzwachtkorps (Bewachung Grenzen und Flughäfen) einspringen.

Im Einsatz stehen auch Zivilschutz und Zivildienst.

Was ist mit den Schweizern im Ausland?

Der Bundesrat fordert alle Schweizerinnen und Schweizer, die sich derzeit noch im Ausland befinden, zur Rückreise in die Schweiz auf. Wer sich im Ausland befindet, soll sich auf der Travel Admin App registrieren.

Macht die Schweiz nun die Grenzen dicht?

Ja, mit wenigen Ausnahmen. Seit dem 17. März kontrolliert das Grenzwachtkorps die Aussengrenzen zu Deutschland, Frankreich und Österreich. Neu führen die Grenzwächter an den Übergängen zu allen grossen Nachbarländern Kontrollen durch. Einreisen dürfen nur noch Schweizer Bürger oder Menschen mit einer gültigen Aufenthaltsbewilligung.

Rigorose Kontrollen an der Grenze. Tausende Menschen werden zurückgewiesen.

Rigorose Kontrollen an der Grenze. Tausende Menschen werden zurückgewiesen.

Keystone-SDA

Bis am Samstagmittag ist nach Angaben der Grenzwache rund 16'000 Personen die Einreise in die Schweiz verweigert worden. Es gibt demnach auch immer häufiger Versuche, über die  grüne Grenze in die Schweiz zu gelangen. Die Behörden setzen als Reaktion darauf vermehrt Helikopter ein und werden ab Montag Bussen verteilen.

Wie wird sich die Coronakrise auf die Wirtschaft auswirken?

Die Coronakrise trifft die Wirtschaft heftig. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) rechnet damit, dass die Schweiz in diesem Jahr in eine Rezession gerät (zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wirtschaftswachstum). Nach einer ersten Schätzung dürfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) bis Ende Jahr um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken. Die Arbeitslosenquote dürfte auf 2,8 Prozent steigen (Februar: 2,4 Prozent). Es ist auch damit zu rechnen, dass der Schweizer Franken erneut stärker wird und damit die sowieso schon gebeutelte Exportwirtschaft weiter belastet.

Eine Erholung könnte sich im nächsten Jahr einstellen, da es zu einem Nachholeffekt kommen könnte. Die Schätzung für 2021 liegt bei 3,3 Prozent Wachstum, was allerdings laut SECO mit grosser Unsicherheit behaftet ist.

Bekommen die betroffenen Unternehmen nun Unterstützung?

Der Bundesrat versprach, die von verordneten Schliessungen betroffenen Geschäfte und ihre Angestellten nicht alleine zu lassen. Total stehen über 40 Milliarde Franken zur Verfügung. Letzte Woche hatte die Regierung betroffenen Unternehmen 10 Milliarden Soforthilfe in Form von Kurzarbeitsentschädigungen, Bürgschaften und Finanzhilfen zur Verfügung gestellt. Am Freitag legte der Bundesrat weitere 32 Milliarden Franken nach. Ob das reicht, ist offen.

Hier gibt das BAG Auskunft auf weitere häufig gestellte Fragen.

Mehr zum Thema