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BURKHALTER-NACHFOLGE: Eine Alternative zu Cassis

Der Tessiner Finanzdirektor Christian Vitta zeigt Interesse am Bundesratsamt. Allzu weit will sich der 44-Jährige aber nicht aus dem Fenster lehnen.

Wer in den Bundesrat will, der tut gut daran, sich in der Frühphase der Auslese von den medialen Scheinwerfern fernzuhalten. Ignazio Cassis weiss das. Unmittelbar nach der Rücktrittsankündigung von Didier Burkhalter tauchte der als Topfavorit gehandelte FDP-Nationalrat unter. Und bislang ist er noch nicht wieder aufgetaucht. Aus der Deckung gewagt hat sich dafür Christian Vitta.

In einem Interview mit dem «Blick» hat der Tessiner Finanz- und Volkswirtschaftsdirektor offiziell sein Interesse angemeldet: Seine Fähigkeiten im Bereich Wirtschaft und Finanzen liessen sich in sämtlichen Departementen in Bundesbern einbringen, so der promovierte Wirtschaftswissenschafter. Er verfüge über Exekutiv­erfahrung, sein Netzwerk reiche über das Tessin hinaus. Und: «Ich bin sehr für Kompromisse.» Vittas Aussagen lesen sich wie eine Bewerbung. Ob er wirklich ins Rennen steigt, das liess der FDP-Regierungsrat offen. Der Entscheid hänge von seiner Partei ab. Schlage die FDP Tessin nur einen Kandidaten zuhanden der nationalen Partei vor, habe Cassis die besseren Karten. Setze man aber auf mehrere Kandidaten, «sieht die Sache anders aus». Weitere Fragen zu seinen Ambitionen wollte Vitta gestern nicht beantworten.

Einen Unterschied zu Parteikollege Cassis hebt Vitta gleich selber hervor: Mit seinen 44 Jahren sei er wesentlich jünger als der 56-jährige Nationalrat, stehe damit für eine neue Politiker­generation. Ein weiteres trennendes Element ist die Herkunft. Vitta ist in der Magadinoebene nördlich des Monte Ceneri aufgewachsen, wo die radikalen und staatsnahen Freisinnigen dominieren. Cassis stammt aus dem Sottoceneri, der Heimat der Wirtschafts­liberalen. Rivalität zwischen den Kantonsteilen gebe es heute noch, liess sich Vitta zitieren.

Seine politische Karriere startete Vitta im Alter von 23 Jahren, als er in den Gemeinderat von Sant’Antonino gewählt wurde. Vier Jahre später war er Präsident der Gemeinde. 2001 folgte der Sprung ins Kantonsparlament, wo er später den Vorsitz der FDP-Fraktion übernahm. Vor zwei Jahren dann wurde Vitta in die Kantonsregierung gewählt, in der er bislang mit seinem entschiedenen Vorgehen gegen Lohndumping aufgefallen ist. Ausserdem will der Ökonom bis 2019 die Kantonsfinanzen sanieren. Letztes Jahr übernahm er das Präsidium der Konferenz der Gebirgskantone, weiter sitzt Vitta im Bankrat der Nationalbank.

Die natürliche nächste Etappe beim Gang durch die Institutionen wäre nun ein Amt in Bern. Bis am Montag müsste Vitta sein Interesse bei der Kantonalpartei anmelden. Das Einverständnis seiner Gattin hat der Vater von drei Kindern noch nicht. Er sei aber «hoffnungsvoll, dass ich meine Frau überzeugen könnte, wenn es nötig wäre».

Tobias Bär

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