Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUNDESRATSWAHLEN: Eine Frau soll es für die CVP richten

Wenn Doris Leuthard dereinst zurücktritt, wird die CVP auch mit einer Frau antreten. Gut positioniert ist Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter. Noch äussert sich die Baselbieterin unverbindlich.
Roger Braun
Gut vernetzt und engagiert: Elisabeth Schneider-Schneiter. (Bild: Alessandro Della Valle/KEY (Bern, 13. Juni 2017))

Gut vernetzt und engagiert: Elisabeth Schneider-Schneiter. (Bild: Alessandro Della Valle/KEY (Bern, 13. Juni 2017))

Roger Braun

Es ist ein Schreckensszenario für Frauenrechtlerinnen: Tritt Bundesrätin Doris Leuthard zurück, droht nur noch eine einzige Frau im Bundesrat zu verbleiben. Viele Parlamentarierinnen tendieren deshalb dazu, mit Isabelle Moret bereits bei der Ersatzwahl für Didier Burkhalter eine Frau zu wählen. Bei der CVP hingegen sehen sie wenig Chancen, dass sich eine Frau gegen die interne Männer-Konkurrenz durchsetzen kann. Zu dominant erscheinen die CVP-Ständeräte Konrad Graber (LU), Stefan Engler (GR) und Pirmin Bischof (SO).

Allerdings: Eine Frau dürfte auf dem Ticket stehen, wenn die CVP dereinst die Leuthard-Nachfolge regelt. Parteipräsident Gerhard Pfister drängt auf eine Frauenkandidatur. «Für mich ist klar, dass die CVP der Bundesversammlung mindestens eine Frau vorschlagen wird», sagt er.

Eine Leuthard-Vertraute aus dem richtigen Kanton

Eine Frau, die Ambitionen hat, ist Elisabeth Schneider-Schneiter (BL). Sie politisiert seit sieben Jahren im Nationalrat und gilt in der Partei als engagierte und ­umgängliche Politikerin. Als Urs Schwaller 2013 als Fraktionschef zurücktrat, wurde sie bereits ermuntert, seine Nachfolgerin zu werden. Sie verzichtete damals zu Gunsten von Filippo Lombardi. In der Zwischenzeit hat sie sich ein gutes Netzwerk aufgebaut. Die 53-Jährige sitzt im Parteipräsidium der CVP Schweiz und wurde kürzlich zur Präsidentin der Wirtschaftskammer beider Basel gewählt. Sie gilt als Vertraute von Doris Leuthard, mit der sie nicht nur ihre Ausbildung als Juristin, sondern auch die ländliche Herkunft sowie eine gewisse Offenheit für Neues teilt. So setzte sich Schneider-Schneiter entschlossen (und erfolglos) für die Fusion der beiden Basel ein. Auch vertritt sie die Schweiz im Europarat und bewegt sich gerne in internationalem Umfeld.

Die Aussenpolitikerin hat auch den Vorteil, aus der richtigen Region zu kommen. Der Grossraum Basel mit den beiden Halbkantonen wartet seit dem Rücktritt von Hans-Peter Tschudi vor 43 Jahren auf einen Bundesrat. Damit präsentiert sich die Situation ganz anders als bei Isabelle Moret, die Nachfolgerin von Burkhalter werden will. Die FDP-Nationalrätin stammt wie Bundesrat Guy Parmelin aus dem Waadtland und würde die Übervertretung der Westschweiz mit drei Bundesräten zusätzlich zementieren.

Unumstritten ist Schneider-Schneiter indes nicht. Vor allem von rechts weht ihr ein kühler Wind entgegen. Mit ihrem Engagement für die Fusion der beiden Basel hat sie in konservativen Kreisen grossen Ärger ausgelöst. Für grosse Teile der Baselbieter SVP gilt sie als zu links. Im Bundesparlament erweist sie sich derweil als klassische Mittepolitikerin. Vor zwei Jahren war sie gar jene Nationalrätin, welche die meisten Abstimmungen im Rat gewann.

Elisabeth Schneider-Schneiter äussert sich – wie es sich gehört – ausweichend über eine mögliche Bundesratskandidatur. «Die Frage stellt sich derzeit nicht», sagt die verheiratete Mutter zweier Kinder. Und schiebt nach, was sich für eine CVP-Vertreterin gehört: «Ich hoffe, Doris Leuthard bleibt noch möglichst lange im Bundesrat.»

Weibliche Konkurrenz kämpft mit Handicaps

Wenn Schneider-Schneiter will, hat sie gute Karten, dereinst aufgestellt zu werden. CVP-Nationalrätin Viola Amherd (VS) spielt als Vize-Fraktionschefin zwar eine wichtige Rolle und wird parteiübergreifend geschätzt. Innerhalb der Partei sendet sie jedoch Signale aus, die auf mässiges Interesse hindeuten. Die Zürcher Regierungsrätin Silvia Steiner wiederum hat in Zürich einen guten Start hingelegt und ist bereits Präsidentin der kantonalen Erziehungsdirektoren. Nach zwei Jahren Regierungstätigkeit dürfte für sie der Sprung nach Bundesbern jedoch zu gross sein. Und Nationalrätin Ruth Humbel ist zwar eine profilierte Gesundheitspolitikerin, gegen sie spricht aber die Herkunft. Wie Doris Leuthard stammt sie aus dem Kanton Aargau, was ihre Wahlchancen schmälern dürfte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.